Fehlersuche bei Unternehmen: Trial-and-Error-Methode statt Qualitätsmanagement

Marktbeobachtung

Köngen - Defekte Airbag-Sensoren, fehlerhafte Gurtschlösser, Kurzschlussgefahr im Motorraum und brennende Zündschlösser: Allein in den vergangenen Wochen mussten Autohersteller wieder weltweit Millionen von Fahrzeugen zurück in die Werkstätten rufen. Neben den direkten Kosten verursacht jede Rückrufaktion einen nachhaltigen Imageschaden. Dennoch arbeiten viele Unternehmen – nicht nur aus der Automobilbranche – bei der Fehlersuche noch immer unstrukturiert an den Symptomen, statt den Ursachen systematisch auf den Grund zu gehen. Dies sind Ergebnisse von Marktbeobachtungen der Staufen AG.

Auch Sicht der Staufen AG stößt die Trial-and Error-Methode jedoch bereits bei Problemen mittlerer Komplexität an ihre Grenzen und dringt nur selten bis zum Kern vor. Beispiel Automobilindustrie: Immer kürzere Entwicklungszyklen sowie eine zunehmende Verlagerung von Entwicklungs- und Wertschöpfungsaktivitäten an Zulieferer erhöhen die Komplexität extrem und haben damit direkten Einfluss auf die Fehleranfälligkeit. Die inzwischen bei allen Herstellern über verschiedene Modelle und Werke hinweg verfolgte Gleichteilepolitik hat zudem zur Folge, dass ein Fehler schnell Rückrufaktionen von erheblichem, mitunter sogar globalem Umfang auslöst.

Um in einem solchen Umfeld bei kritischen Abweichungen schnell reagieren zu können, kommen Unternehmen nicht an strukturierten mathematisch-statistischen Methoden bei der Fehlersuche vorbei, so die Staufen AG. Die Vorgehensweise gliedere sich dabei in vier Schritte: Eingrenzung des Problems, Identifikation der Haupteinflussfaktoren, statistische Bestätigung der Faktoren, Lösung des Problems. Bisher gehen allerdings nur rund 20 Prozent der Unternehmen bei der Fehlersuche so strukturiert von der Datenanalyse bis zur Risikoeingrenzung vor. Für den Erfolg sei es vor allem wichtig, das Qualitätsmanagement als einen Teil der Wertschöpfung und nicht als außenstehende Stabsfunktion zu begreifen. Erst wenn der Qualitätsmanager das Recht hat, seinen operativen Kollegen auch mal die rote Karte zu zeigen, sei der Weg für eine präventive Problemlösungskultur frei.

mr

Veröffentlicht am: 06.05.2015

 

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