Firmenzentralen unter Druck – Nachweis ihrer Existenzberechtigung gegenüber operativen Einheiten erforderlich

Studie: „Corporate Headquarters 2014“

München - In global agierenden Unternehmen geraten Firmenzentralen immer stärker unter Druck: Sie müssen ihre Existenz gegenüber den operativen Einheiten immer öfter rechtfertigen und zeigen, inwieweit sie mit ihren Funktionen zur Gesamtleistung der Firma beitragen. Außerdem stehen Unternehmenszentralen vor neuen Herausforderungen wie der zunehmenden Komplexität der Märkte und dem immer stärkeren Wettbewerb. Dies sind Ergebnisse der Studie „Corporate Headquarters 2014“ von Roland Berger Strategy Consultants.

Um sich im Gesamtkonzern als echter Werttreiber zu etablieren, sollten Firmenzentralen daher künftig flexibler und agiler werden, neue Fähigkeiten entwickeln und stärker als Partner der operativen Geschäftseinheiten auftreten, so die Studie.

Ein weiterer Trend: immer weniger Mitarbeiter sind in den Firmenzentralen tätig. Waren es 2012 noch durchschnittlich 5,6 Prozent, so arbeiten heute nur noch 3,4 Prozent der Firmenangestellten in einer Zentrale. Headquarters werden schlanker. Dieser Trend bedeutet im Umkehrschluss auch, dass immer mehr Verantwortung entweder an die operativen Einheiten der Firmen delegiert wird oder Funktionen komplett ausgelagert werden.

So sind 28 Prozent der befragten Manager der Meinung, dass der Trend in Richtung Dezentralisierung weiter zunehmen wird - das sind 20 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Eine starke Dezentralisierung ist vor allem in kundennahen Bereichen zu beobachten, so Roland Berger. Denn hier kommt es auf umfassende lokale Markt- und Kundenkenntnisse an und weniger auf die durch zentrale Funktionen erreichbaren Kosten- und Effizienzvorteile.

Ebenfalls stark auf dem Vormarsch sind die Auslagerung bestimmter Funktionen sowie die Einführung von Shared Services - hauptsächlich in den Bereichen IT, Personalwesen sowie Finanzen und Controlling. So lagert mittlerweile die Hälfte der befragten Unternehmen Funktionen wie Buchhaltung, Gehaltsabrechnung und Rechtsabteilung aus, um Kosten zu sparen. Bei den Shared Services hingegen zentralisieren Firmen bestimmte Funktionen unternehmens-übergreifend, um Skaleneffekte zu erzielen und Arbeitsprozesse zu verbessern. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer nutzen bereits diese Möglichkeit - Tendenz steigend.

Trotz dieser anhaltenden Trends spielen Firmenzentralen immer noch eine wesentliche Rolle, denn sie können Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen schaffen. Diesen wichtigen Beitrag zum Geschäftserfolg sollten Corporate Headquarters in Zukunft weiter ausbauen.

So sollte aus Sicht von Roland Berger heute eine Zentrale die strategische Ausrichtung des Unternehmens definieren, die globale Zusammenarbeit innerhalb der Firma ermöglichen, Umsetzungs- bzw. Programmkompetenz sicherstellen, die Komplexität meistern, die sich aus den globalen Marktverflechtungen ergibt, Innovation vorantreiben und Ressourcen für die Führung des Unternehmens entwickeln. Jedoch gebe es noch große Abweichungen zwischen dem Anspruch der Firmenzentralen, diese Fähigkeiten zu besitzen, und ihrer tatsächlichen Erfüllung.

mr

Veröffentlicht am: 20.01.2015

 

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