Frisches Kapital für deutsche Start-ups

EY Start-up-Barometer

2,2 Milliarden Euro nahmen deutsche Start-ups 2016 ein, so die Ergebnisse einer EY-Analyse. Zwar ist der Gesamtwert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Dafür steigt die Anzahl der Jungunternehmen, die von neuem Kapital profitieren.

Deutsche Start-ups erhielten in 2016 Kapital in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. (Bild: M.Schuppich - fotolia.com)

Deutsche Start-ups erhielten in 2016 Kapital in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. (Bild: M.Schuppich - fotolia.com)


2016 profitierten 455 Start-ups durch Beteiligungen anderer Unternehmen, im Jahr waren es noch 383. Berlin liegt als deutsche Start-up-Hauptstadt im Bundeslandvergleich vorn, sowohl was die Anzahl der Finanzierungsrunden angeht, als auch bei der Höhe des Finanzierungsvolumens. Im Hinblick auf das Volumen konnten Bayern und Nordrhein-Westfalen deutlich zulegen (Bayern um 87 Prozent, NRW um 57 Prozent) und landen dadurch auf den Plätzen zwei und drei hinter Berlin. Neben der Hauptstadt haben sich der Analyse zufolge besonders München, Hamburg und Köln zu Hotspots mit starker Dynamik entwickelt.

Im europaweiten Vergleich ist der Anstieg bei der Zahl der Start-up-Finanzierungen deutlich stärker: Dieser liegt bei 41 Prozent. Frankreich sichert sich bei der Anzahl der Deals mit 583 Transaktionen den ersten Platz (Deutschland: 486), beim Transaktionswert schnitt hingegen Großbritannien am besten ab (3,74 Milliarden Euro; Deutschland: 2,23 Milliarden Euro).

e-commerce und Fintech beliebt, Mobility und Health legen stark zu

Start-ups sind für die deutsche Wirtschaft wichtiger geworden, insgesamt sei der Start-up-Standort Deutschland attraktiver geworden – so ein EY-Sprecher. EY beobachte ein immer größeres Interesse der Konzerne, sich an den Jungunternehmen zu beteiligen bzw. mit ihnen zu kooperieren. Jungunternehmen aus den Bereichen E-commerce und Fintech konnten das meiste Geld einsammeln (422 und 413 Millionen Euro). Aber auch bei Start-ups aus den Bereichen Mobility und Health sind die Zuwächse stark gestiegen: um 104 und um 84 Prozent.

In Europa sammelte der schwedische Streaming-Dienst Spotify das meiste Kapital ein (900 Millionen Euro), dahinter liegen der britische Essenslieferdienst Deliveroo (245 Millionen Euro) und der britische Flugsuchdienst Skyscanner (177 Millionen Euro). In Deutschland warb der Lieferdienst Hello Fresh mit 85 Millionen Euro das meiste Kapital ein. Auf den Plätzen zwei und drei sind das Solartechnikunternehmen Heliatek (80 Millionen Euro) und der Batteriehersteller Sonnen (76 Millionen Euro).

Für sein halbjährlich erscheinendes Start-up-Barometer analysiert die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft EY die Risikokapitalinvestitionen in Europa.

 io

Veröffentlicht am: 01.02.2017

 

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