Für den Handel stehen bis 2030 5 Billionen US-Dollar auf dem Spiel

A.T. Kearney untersucht Perspektiven in Emerging Markets

In den letzten 15 Jahren hat sich das Umsatzvolumen des Handels in den Schwellenländern laut Berechnungen von A.T. Kearney mehr als verdreifacht. Doch nun stottert der Motor, sodass die Branche unsicheren Zeiten entgegengeht.

Aus diesem Grund hat A.T. Kearney im Rahmen der Studie "Emerging Market Retailing in 2030: Future Scenarios and the $5.5 Trillion Swing" vier Szenarien zur Entwicklung des Handels bis zum Jahr 2030 entwickelt. Im ersten Szenario "Seamless Dreams" schaffen grenzüberschreitende Integration und technische Adaption günstige Voraussetzungen für eine weitere Expansion des weltweiten Handels. Das Szenario "Back to the Past" wird hingegen von Abschottungspolitik, Rezession und Defiziten in der technologischen Infrastruktur bestimmt, die die Handelsunternehmen zu einem Rückzug in ihre Heimatmärkte veranlassen. Von einer Begrenzung des Wachstums auf wenige urbane Räume aufgrund der Abneigung gegenüber neuen Technologien geht dagegen das Szenario "Urban Rise, Rural Demise" aus. Das Szenario "The Technology Wedge" prognostiziert schließlich eine zweigeteilte Welt, in der nur in Ländern mit bestehender physischer und digitaler Infrastruktur Möglichkeiten zur Expansion bestehen.

Bleiben die Schwellenländer eine Erfolgsgeschichte?

Je nachdem, welches Zukunftsszenario sich bewahrheitet, kann sich der Umsatz der Handelsbranche in deutlich unterschiedliche Richtungen entwickeln. So geht die optimistischste Prognose von einem Anstieg der Umsätze um jährlich 4,4 Prozent von derzeit 9,2 auf 17,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 aus. Das pessimistischste Szenario prognostiziert hingegen nur ein moderates Wachstum auf etwa 12 Billionen Dollar. "Es gibt keinen Blankoscheck über weiterhin ungebremstes Wachstum", erläutert Dr. Mirko Warschun, Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bei A.T. Kearney, die Ergebnisse. "Ganz im Gegenteil. Der Bericht macht deutlich, dass mehr als 5 Billionen Dollar auf dem Spiel stehen. Die Offenheit der Märkte und das Ausmaß der technologischen Anpassung werden maßgeblich darüber entscheiden, ob die Emerging Markets eine Erfolgsstory bleiben oder ob die Dynamik ihren Zenit bereits überschritten hat."

Welches Szenario sich letztendlich durchsetzen wird, ist nach Ansicht von A.T. Kearney von drei wesentlichen Einflussfaktoren abhängig. Zum einen wird die wachsende geopolitische Instabilität, die unter anderem durch den Konflikt im Mittleren Osten sowie dem schwelenden Konflikt des Westens mit Russland in Folge der Ukraine-Krise ausgelöst wird, auch in den nächsten Jahren ein Thema sein. Zum anderen wird sich zeigen müssen, wie der Handel mit der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit umgeht. Darüber hinaus wird entscheidend sein, wie flächendeckend die technologische Adaption in den Schwellenländern gelingt. Gerade in ländliche Regionen könnten die Handelskonzerne durch E-Commerce mit geringem Kapitaleinsatz und überschaubarem Risiko vordringen.

tt

Veröffentlicht am: 29.06.2016

 

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