Gehalt und Standort sind die wichtigsten Kriterien bei der Jobwahl

Deloitte-Studentenmonitor

Bei der Unternehmenswahl steht das Geld für akademische Nachwuchskräfte an erster Stelle, aber auch Inhalte und Arbeitsklima spielen eine Rolle, wie der Deloitte Studentenmonitor zeigt.

Foto: www.mediaserver.hamburg.de / Jörg Modrow
Hamburg ist die beliebteste Stadt bei Berufseinsteigern (Foto: www.mediaserver.hamburg.de / Jörg Modrow)

Für eine attraktive Stelle würden junge Talente mehrheitlich sofort den Wohnort wechseln. Dabei gibt es aber klare Präferenzen: Es zieht sie vor allem in große Städte wie Hamburg, Berlin und München. Start-ups als Arbeitgeber sind eher unbeliebt, jedoch kann sich etwa die Hälfte der Absolventen vorstellen, selbst ein solches zu gründen. Dies gilt vor allem für Informatik-, Ingenieur-, und Wirtschaftsstudenten. Mittelständler, nicht internationale Konzerne, haben die besten Karten, den Nachwuchs für sich zu gewinnen.

Die heutige Studentengeneration achte bei der Arbeitsplatzwahl in erster Linie auf die Bezahlung. Sie unterscheide sich damit stark vom vorherrschenden Bild der Generation Y, die gerade ins Arbeitsleben einsteigt, erklärt Maren Hauptmann, Partner Human Capital Advisory bei Deloitte. Die nachfolgende Generation sei wieder materiell orientierter, sie scheine deutlich von den vielfältigen Krisen und Unsicherheiten der vergangenen Jahre geprägt zu sein.

Die deutschen Millionenstädte führen die Liste der begehrtesten Standorte für den Berufseinstieg an. Hamburg ist mit einem Drittel der Nennungen die Nummer eins, gefolgt von Berlin und München. Köln und Frankfurt teilen sich den vierten Rang mit je 18 Prozent. Studienausrichtung und -fach spielen bei der Standortwahl kaum eine Rolle - lediglich München scheint vor allem für IKT-Absolventen interessant. Auf internationaler Ebene sind es in erster Linie Wirtschaftswissenschaftler, die für einen Posten im Ausland besonderes Interesse zeigen. Dabei möchten die meisten Befragten in Europa bleiben. Etwa die Hälfte würde aber auch in die USA und ein Drittel nach Australien gehen, nur jeden fünften zieht es nach Asien.

Neben dem Standort sind die gebotenen Leistungen und Eigenschaften der Unternehmen ausschlaggebend für die Jobwahl der jungen Talente. An erster Stelle steht mit 62 Prozent die Entlohnung. Für 44 Prozent ist es wichtig, dass die Arbeit interessant ist und 43 Prozent legen Wert auf ein angenehmes Arbeitsklima. Ob das Unternehmen innovativ ist, interessiert hingegen nur vier Prozent - und auch das Weiterbildungsangebot rangiert mit neun Prozent unter "ferner liefen".

Die Beliebtheit der Metropolen macht deutlich: Maßgeblich für die Standortentscheidung ist vor allem die Infrastruktur - das öffentliche Verkehrsnetz zählt genauso wie das kulturelle Angebot. Knapp 60 Prozent achten auf die Anbindung, über 40 Prozent auf die Freizeitmöglichkeiten. Immerhin 55 Prozent legen Wert auf günstige Lebenshaltungskosten, wofür zumindest Hamburg und München nicht bekannt sind. Kaum eine Rolle spielt indes, ob die jeweilige Stadt eine hohe Zahl von Konzernen und Unternehmen aufweist.

Ein gut bezahlter Job in einer etablierten Firma in zentraler Lage: So wünschen sich die meisten Befragten ihren Berufseinstieg. Fast die Hälfte kann sich jedoch auch vorstellen, ein eigenes Unternehmen ins Leben zu rufen - insbesondere angehende Informatiker und Ingenieure sowie Wirtschaftswissenschaftler. 37 Prozent der Geistes- und Sozialwissenschaftler sind ebenfalls gründungsfreudig. Informatiker und Ingenieure würden sich vor allem auf das Internet fokussieren, Medizinstudenten auf die Fitness- und Gesundheitsbranche.

Es gebe durchaus einen Gründergeist bei den Studenten, aber die meisten bevorzugten die Sicherheit einer traditionellen Anstellung. Dass gerade Informatiker, Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler hier etwas risikofreudiger seien, sei natürlich auch ein Hinweis darauf, dass die entsprechenden Branchen deutlich mehr Potenziale und Möglichkeiten zu bieten scheinen. Wer als Stadt oder Kommune für diese Gruppe attraktiv sein möchte, müsse ein positives Gründerklima schaffen, ergänzt Nicolai Andersen, Partner/Leiter Innovation bei Deloitte.

ah

Veröffentlicht am: 18.04.2016

 

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