Globaler IPO-Markt gewinnt wieder an Fahrt

EY-Analyse zu internationalen Börsengängen

Die internationalen Unternehmen stehen Börsengängen wieder deutlich offener gegenüber als im schwachen ersten Halbjahr des laufenden Jahres. Im dritten Quartal stieg die Zahl der Börsengänge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 Prozent von 209 auf 252.


Laut einer Analyse von EY legte auch das mit den Börsengängen verbundene Emissionsvolumen kräftig zu: Nach 19,3 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2015 kletterte das Volumen nun um 84 Prozent auf 35,4 Milliarden US-Dollar. Den größten Beitrag zu dieser positiven Entwicklung des IPO-Markts leistete China: Nachdem im Vorjahresquartal lediglich 30 Unternehmen einen Börsengang gewagt hatten, steigerte sich die Zahl nun um 240 Prozent auf 102. Das Emissionsvolumen verfünffachte sich sogar von 3,7 auf 19,3 Milliarden US-Dollar.

China erlebt sehr aktives Quartal

Eine positive Entwicklung erlebte im dritten Quartal auch der US-amerikanische IPO-Markt – auch wenn das Niveau nicht mit dem chinesischen zu vergleichen ist. Die Zahl der IPOs in den Vereinigten Staaten stieg von 33 auf 35, die Erlöse legten um 13 Prozent von 5,7 auf 6,4 Milliarden US-Dollar zu. Europa hatte dagegen mit den Nachwirkungen des britischen EU-Referendums zu kämpfen: Aufgrund der daraus resultierenden Unsicherheiten fiel die Ziel der Börsengänge um mehr als ein Drittel von 32 auf 20, das Emissionsvolumen sank um 19 Prozent von 4,4 auf 3,6 Milliarden US-Dollar. "Das Brexit-Votum führte vorübergehend zu erheblicher Verunsicherung und heftigen Marktschwankungen – insbesondere auf dem europäischen Kapitalmarkt", berichtet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. "Zahlreiche Unternehmen zogen es in diesem Umfeld vor, ihre Pläne für einen Börsengang vorerst zu verschieben und auf einen besseren Zeitpunkt zu warten."

Europäischer Kapitalmarkt beruhigt sich allmählich wieder

Inzwischen könne aber Entwarnung gegeben werden, erklärt Steinbach: "Die Volatilität hat in den vergangenen Wochen deutlich abgenommen und liegt aktuell auf relativ niedrigem Niveau – bei gleichzeitig wieder hohen Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten. Obendrein sorgt die vergleichsweise gute Kurs-Performance von IPOs im aktuellen Niedrigzinsumfeld für gute Rahmenbedingungen. Das IPO-Fenster ist derzeit also wieder geöffnet." Trotz der Verunsicherung am europäischen Finanzmarkt konnte sich mit dem IPO des dänischen Zahlungsabwicklers Nets (2,0 Milliarden US-Dollar) ein europäischer Börsengang auf Platz zwei der größten Transaktionen des dritten Quartals positionieren. Übertrumpft wurde Nets allein durch das Börsendebüt der Postal Savings Bank of China, das 7,8 Milliarden US-Dollar einbrachte und zugleich der größte Börsengang weltweit seit dem Alibaba-IPO im September 2014 war. Auf Rang drei folgte der IPO des japanischen Messaging-Dienstes Line mit 1,3 Milliarden US-Dollar.

tt

Veröffentlicht am: 29.09.2016

 

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