Größte Pharmakonzerne weiterhin auf Wachstumskurs

Ernst & Young

Die 21 größten Pharmaunternehmen können laut einer Studie von Ernst & Young (EY) auf ein positives Jahr 2015 zurückblicken. Insgesamt konnten die Konzerne ihren Umsatz und ihr operatives Ergebnis leicht steigern. Dennoch steht die Branche vor großen Herausforderungen.

Tabletten (Bild: nikesidoroff - fotolia.com)

Die größten Pharmakonzerne steckten im vergangenen Jahr mehr Geld in Forschung und Entwicklung als 2014. (Bild: nikesidoroff - fotolia.com)


Auf den ersten Blick zeigen sich die Geschäftszahlen der 21 größten Pharmakonzerne der Welt von einer äußerst positiven Seite: Mit einem Gesamt-Umsatz von 429 Milliarden Euro fuhren die Unternehmen im Vergleich zu 2014 ein kräftiges Plus von 18,7 Prozent ein. Da die starken Zugewinne jedoch zu einem Großteil auf Wechselkurseffekte zurückzuführen sind, bleibt ohne deren Berücksichtigung lediglich ein leichtes Wachstum von 3,7 Prozent nach 4,2 Prozent im Vorjahr. Umsatzstärkster Pharmariese bleibt laut der EY-Studie mit 40,85 Milliarden Euro der US-Konzern Pfizer.

Unternehmen verbessern operatives Ergebnis

Auch ihr operatives Ergebnis konnten die Unternehmen steigern: Mit 147 Milliarden Euro kletterte der EBIT der größten Pharmafirmen um beinahe ein Viertel (23,4 Prozent). Von Wechselkurseffekten bereinigt bleibt immerhin noch ein Wachstum von 6,8 Prozent, wodurch sich auch die EBIT-Marge von 25 auf 26 Prozent verbessern konnte.

Als wichtigste Umsatzbringer präsentierten sich im vergangenen Jahr vor allem Medikamente gegen Krebs und Immunkrankheiten. In diesem Bereich konnten die Unternehmen insgesamt 115,8 Milliarden Euro umsetzen – nach 94,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Darüber hinaus wurde mit den Medikamenten gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten auch das zweitgrößte Segment weiter ausgebaut: Der Umsatz stieg in diesem Bereich von 74,1 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 84,8 Milliarden Euro.

Zahlreiche Innovationen in der Pipeline

Für die nächsten Jahre stehen die Zeichen innerhalb der Pharmabranche auch weiterhin auf Wachstum. Schließlich steigerten die Unternehmen 2015 nicht nur ihren Umsatz und ihr operatives Ergebnis, sondern auch ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung: Mit knapp 80 Milliarden Euro lagen die Investitionen wechselkursbereinigt um 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Forschungsarbeit der Pharmakonzerne könnte sich allerdings schon in den kommenden Jahren auszahlen: So befanden sich 2015 3.770 Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung, der Zulassungsphase oder wurden bereits in den Markt eingeführt. Gegenüber 2014 bedeutet dies einen Zuwachs um 12 Prozent.

Auch die Anzahl der Medikamente in den späteren Phasen (Phase III, "filed" und "approved") – also unmittelbar vor einer möglichen Zulassung beziehungsweise währenddessen – ist wieder nach oben gegangen, nachdem sie im Jahr zuvor noch zurückgegangen war. "Dass die Unternehmen wieder mehr Medikamente bis in die späten Phasen bringen, beweist, dass sie qualitativ hochwertige Produkte in der Spur haben, die schon bald auf den Markt kommen werden", prognostiziert Gerd Stürz, Marktsegmentleiter Life Sciences für Deutschland, die Schweiz und Österreich bei EY.

M&A-Aktivitäten bleiben auf hohem Niveau

Trotz dieser Aussichten hält der Übernahmeboom innerhalb der Branche weiterhin an. So wäre 2015 wohl zu einem neuen Rekordjahr für M&A-Deals geworden, wenn die Übernahme von Allergan durch Pfizer nicht durch verschärfte Steuergesetze in den USA geplatzt wäre. Ohne diese gescheiterte Fusion gaben die Konzerne aber dennoch 168 Milliarden Euro für M&A-Aktivitäten aus – eine Summe, die nach den 218 Milliarden Euro im Jahr 2014 immerhin noch den zweithöchsten Wert der Geschichte darstellt. Dieser Trend wird sich nach Ansicht von EY auch in Zukunft nicht umkehren: "Die Konzerne stoßen ganze Unternehmensteile ab oder kaufen neue hinzu, um sich gezielt zu verstärken. Dadurch gewinnen sie einen engeren therapeutischen Fokus und können sich auf ihre Stärken besinnen. Außerdem nimmt der Konkurrenzdruck zu – schnelle Innovationen können die Pharma-Unternehmen nur vorweisen, wenn sie diese von außen ins Unternehmen holen", erklärt Siegfried Bialojan, Leiter des EY Life Science Center in Mannheim.

tt

Veröffentlicht am: 31.05.2016

 

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