Große M&A-Erfahrung führt zu höheren Aktienrenditen

Boston Consulting Group präsentiert M&A-Report 2016

Häufig andere Unternehmen oder Unternehmensteile zu kaufen oder zu verkaufen, wirkt sich laut dem aktuellen M&A-Report der Boston Consulting Group (BCG) positiv auf die Aktienrenditen aus. Demnach erzielen erfahrene Unternehmen höhere Total Shareholder Returns (TSR).


Wie die Boston Consulting Group in ihrer Untersuchung ermittelte, erreichen Unternehmen, die innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens fünf M&A-Transaktionen durchgeführt haben, im Schnitt eine jährliche Aktienrendite von 10,5 Prozent und liegen damit deutlich vor Firmen, die lediglich eine Transaktion getätigt haben (5,3 Prozent TSR). Zudem sinkt durch die größere Erfahrung mit derartigen Geschäften auch die Kursvolatilität. Demnach beträgt die jährliche Standardabweichung der relativen Aktienrendite (RTSR) bei den Unternehmen mit mehr als fünf Transaktionen 36 Prozent, während sie bei nur einmal tätigen Firmen bei 50 Prozent liegt. Aus Sicht von BCG ist dieser Unterschied insbesondere in der größeren Routine begründet. "Aktivere Unternehmen bereiten Verkäufe in der Regel besser vor und integrieren übernommene Unternehmen erfolgreicher. Damit setzen sie ihre Aktionäre einem geringeren Risiko aus", verrät BCG-Partner Jens Kengelbach.

M&A-Transaktionen sind für aktive Unternehmen Routine

Für viele der Unternehmen, die regelmäßig auf dem M&A-Markt aktiv sind, sind die Transaktionen längst zu einem zentralen Bestandteil ihres Portfoliomanagements geworden. "Diese 'Portfolio-Master' wissen, dass Wachstum der Haupttreiber der Aktienrendite ist, und richten ihr Beteiligungsportfolio konsequent und aktiv immer wieder neu aus. So nutzen sie Synergien mit bestehenden Assets oder verkaufen Beteiligungen, wenn das Wertsteigerungspotenzial durch eine andere Kapitalallokation besser realisiert werden kann. Sie schätzen Wechselwirkungen und Integrationskosten korrekt ein und halten ihre Projektionen ein", lobt Kengelbach.

Zwar können auch Firmen, die zum ersten Mal ein M&A-Geschäft durchführen, mit einer kurzfristigen Steigerung ihrer relativen Aktienrendite um durchschnittlich bis zu 5,5 Prozent rechnen, doch mittelfristig holen die Unternehmen mit hoher Transaktionsquote laut Kengelbach wieder auf: "Kapitalmärkte honorieren einmalige Kaufgelegenheiten, denn sie versprechen Wachstum oder Konsolidierung. Ein Jahr nach Bekanntgabe der Transaktion weisen 'Portfolio-Master' jedoch eine deutlich höhere relative Aktienrendite auf." So verzeichnen die aktiveren Unternehmen nach einem Jahr einen durchschnittlichen RTSR von 4,1 Prozent, während die Einmalkäufer bzw. -verkäufer über 1 Prozent unter diesem Wert liegen.

Steigerung der M&A-Erfahrung kann sich auszahlen

Die M&A-Erfahrung zu steigern, kann sich daher für die Unternehmen – und damit auch für deren Aktionäre – lohnen. So haben sich beispielsweise 37 Prozent der Unternehmen, die zum ersten Mal ein M&A-Geschäft durchgeführt haben, in den vergangenen Jahren zu sogenannten Strategic Shiftern mit rund zwei bis vier Transaktionen in fünf Jahren entwickelt und dabei einen Ein-Jahres-RTSR von 4,5 Prozent erzielt. Die 16 Prozent der Strategic Shifter, die sich zum Portfolio-Master weiterentwickelt haben, konnten den Wert sogar auf 4,8 Prozent steigern. Demgegenüber verzeichneten One-Timer bzw. Strategic Shifter, die sich nicht weiter- oder zurückentwickelt haben, nur einen minimalen oder sogar einen negativen RTSR. "Für viele CEOs ist eine M&A-Transaktion ein einmaliges Ereignis in ihrer Karriere. Diejenigen hingegen, die solche Transaktionen als industriellen Prozess begreifen, schaffen Vorteile für ihre Aktionäre", resümiert Jens Kengelbach.

tt

Veröffentlicht am: 31.08.2016

 

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