Hightech-Industrie: Nur acht der globalen Top 100 in Europa

A.T. Kearney

Europa hat laut einer Studie von A.T. Kearney unter den weltweiten Top 100 Hightech-Unternehmen weiter an Boden verloren. Auf der anderen Seite sind die verbleibenden Spieler stärker als zuvor.

Top 100 Hightech-Unternehmen (Bild: A.T. Kearney)
Top 100 Hightech-Unternehmen (Bild: A.T. Kearney)

Lediglich acht der globalen Top 100 Hightech-Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Europa. Verglichen mit dem Jahr zuvor, nimmt der Anteil am weltweiten Umsatz weiter ab. Noch 2012 konnten die europäischen Hightech-Unternehmen nach Berechnungen von A.T. Kearney neun Prozent der Top 100 Umsätze für sich verantworten. Im letzten Jahr waren es unter anderem in Folge der Übernahme von Nokias Mobiltelefon-Sparte durch Microsoft, nur sieben bis acht Prozent.

Europa stark in mehreren Segmenten

Dennoch konnten europäische Player ihre Position in entscheidenden Bereichen festigen. So haben es einige Hightech-Unternehmen geschafft, sich strategisch günstig auszurichten. Durch Fusionen und Übernahmen ist Europas Position im High-Tech-B2B-Bereich heute sehr gefestigt, so A.T. Kearney. So entstand aus dem Zusammenschluss von Alcatel-Lucent und Nokia ein neuer europäischer Champion im Bereich Kommunikationszubehör und -service. Nicht zuletzt dadurch dominiert Europa dieses Segment mit 35 bis 40 Prozent Umsatz unter den Top Ten des Bereichs. Auch bei den Halbleitern gibt es einen neuen europäischen Top Player: NXP positionierte sich durch die Übernahme von Freescale erstmals in den Top Ten.

Die Konkurrenz schläft nicht

Laut der Studie konnten aber nicht nur europäische Unternehmen ihre Position durch M&A verbessern. Auch globale Konkurrenten nutzen diese Strategie und hindern europäische Hightech-Firmen daran, an Boden zu gewinnen. So konnte sich Lenovo durch die Akquisition von Motorola zur Nummer drei bei den Mobiltelefonen und Dell durch ihre Fusion mit EMC zur Nummer fünf in IT Services und Software entwickeln.

Das Internet der Dinge als wichtigster Wachstumstreiber?

Um die Position Europas wiederherzustellen, braucht es nach Einschätzung von A.T. Kearney eine neue Quelle innovativer Produkte und Wettbewerbsvorteile – ein solcher Wachstumstreiber könne das Internet der Dinge (IoT) sein. Trotz einer schwierigen Position im Bereich Komponenten erfüllt Europa laut den Studienautoren viele der Voraussetzungen, um im IoT-Markt eine führende Rolle einzunehmen. Die Stärke in Schlüsselbranchen wie Gesundheit, Automotive und Industrials, spannende Start-ups (zum Beispiel Riot OS, Ardunio, Raspberry Pi) sowie führende Player in Kommunikationszubehör und -service (etwa Ericsson und Nokia) seien nur einige Beispiele, die zeigen, welch entscheidende Rolle Europas Hightech für das Internet der Dinge spielen könnte.

Zur Studie:
A.T. Kearney hat in den letzten Jahren zwei Studien zur Zukunft der europäischen Hightech-Industrie veröffentlicht. Die erste Studie "The Future of Europe's High-Tech Industry" wurde 2012 herausgegeben. Nun hat A.T. Kearney die zweite Studie "Rebooting Europe's High Tech Industry" überarbeitet und aktuelle Zahlen zum Hightech-Markt erhoben. Die Ergebnisse basieren dabei auf den im Kalenderjahr 2015 veröffentlichten Finanzzahlen und geringfügigen Schärfungen bei den Abgrenzungen der Segmente.

mr

Veröffentlicht am: 22.02.2016

 

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