ITK-Unternehmen: Industrie 4.0 wichtiges Geschäftsfeld

Bitkom Umfrage

Vor einigen Jahren hatten viele ITK-Unternehmen das Thema Industrie 4.0 noch nicht auf der Agenda. Doch das hat sich geändert, wie eine Befragung des Digitalverbands Bitkom ergab. Die Aktivitäten haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt.

Industrie 4.0 wird häufig von den Unternehmen noch nicht stark genug vorangetrieben. (Bild: Weissblick - fotolia.com)
Industrie 4.0 wird häufig von den Unternehmen noch nicht stark genug vorangetrieben. (Bild: Weissblick - fotolia.com)
Produkte und Dienstleistungen für Industrie 4.0 avancieren zum bedeutenden Geschäftsfeld für IT-Unternehmen. Laut einer Bitkom-Befragung sehen dies vier von zehn befragten Unternehmen ähnlich, jeweils 27 Prozent erwarten dies in den kommenden ein bis zwei Jahren bzw. drei bis vier Jahren. Derzeit bieten 43 Prozent der befragten Unternehmen solche Services an, 2014 waren es nur 23 Prozent. Und mehr als die Hälfte (53 Prozent) plant, diese in ihr Portfolio aufzunehmen.

Laut Bitkom wird Industrie 4.0 in mehreren Branchen für Steigerungen der Produktivität sorgen. Der Branchenverband rechnet mit bis zu 78,5 Milliarden Euro, dies bezieht sich auf Maschinen- und Anlagenbau, KFZ-Hersteller, Elektrotechnik und chemische Industrie. IT-Unternehmen stellen hierfür u.a. Infrastruktur, Prozess-Know-how und Sicherheitssysteme bereit. Wichtige Kunden sind für die Anbieter Unternehmen aus dem Automobilbau, Hersteller von Elektronik- und Optikerzeugnissen, Unternehmen aus der Metallerzeugung sowie Hersteller von Gummi, Kunststoff, Glaswaren und Keramik.

Industrie 4.0: viele Unternehmen zögerlich in der Umsetzung

Die IT-Unternehmen haben jedoch häufig den Eindruck, dass ihre Kunden aus der Industrie das Thema Smart Factory zu zögerlich umsetzen. Das denken immerhin 65 Prozent der Befragten. 39 Prozent sind außerdem der Meinung, dass viele das Potenzial noch nicht sehen, fast die Hälfte (49 Prozent) geben an, dass viele Mittelständler den Begriff nicht kennen. Zusätzlich gibt es weitere Faktoren, die die Umsetzung von Industrie 4.0 behindern. Unterschiedliche Standards nennen 63 Prozent der IT-Unternehmen als Hinderungsgrund. Die Einbindung vor vorhandenen Maschinen gestaltet sich als schwierig, das sagen 37 Prozent. Bitkom sieht an dieser Stelle Wirtschaft und Politik in der Pflicht, mit Initiativen und Kompetenzzentren zur schnelleren Entwicklung von Industrie 4.0 beizutragen.

Potenziale in der Zukunft

Big-Data-Analysen können künftig dabei helfen, Kundenwünsche früh zu erkennen – das denken 66 Prozent der befragten Unternehmen. Auch autonome Logistikfahrzeuge oder autonome Maschinen sehen 37 Prozent als möglichen Standard im produzierenden Gewerbe. Wiederum 43 Prozent denken, dass Digital Twins selbstverständlich zur Fabrik der Zukunft gehören werden. Das sind digitale Abbilder realer Maschinen und Geräte, mit denen Situationen durchgespielt und Lösungen getestet werden können.

Für die Umfrage hat Bitkom Research 314 ITK-Unternehmen ab 3 Mitarbeitern befragt.

Veröffentlicht am: 20.03.2017

 

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