Kaum Fortschritte bei der Förderung von Frauen am Arbeitsplatz

PwC-Studie

Deutschland gelingt es nicht, Frauen besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren und Diskriminierung beim Gehalt abzuschaffen, so eine aktuelle Studie von PwC. Frauen verdienen demnach hierzulande im Schnitt immer noch 22 Prozent weniger als Männer.

(Bild: rawpixel - Pixabay)

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In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Einkommenslücke in Deutschland kaum verringert (2000: 21,0 Prozent), meint PwC. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Lohndifferenzen sogar leicht gestiegen (21,5 vs. 21,7 Prozent). Nur in Estland, Japan und Korea sind die Unterschiede im Vergleich zu Deutschland noch größer. Bei der Lohngleichheit steht hingegen Luxemburg im Ländervergleich an der Spitze: Dort ist die Gender Pay Gap mit rund vier Prozent nur gering.

Arbeitssituation von Frauen nur mittelmäßig

Aber nicht nur bei den Lohnunterschieden schneidet Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern schwach ab, auch die gesamte Arbeitssituation von Frauen ist hierzulande nur mittelmäßig: Mit einem Indexwert von 62 Punkten (Vorjahr: 61,4 Punkte) konnte sich Deutschland in der aktuellen PwC-Studie nur marginal verbessern. Im "Women in Work"-Ranking von PwC aus dem letzten Jahr belegte Deutschland immerhin Platz 16, in diesem Jahr nur noch auf Rang 18 und damit knapp unter dem Durchschnitt der 33 analysierten OECD-Länder.

Nur jeder fünfte Chefsessel ist weiblich besetzt

Auch bei der Vertretung von Frauen in Führungspositionen fällt Deutschland weiter zurück: 2017 stellten Frauen gerade einmal 21 Prozent der Vorstandspositionen. Das sind zwar zehn Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2010, aber ein Rückschritt im Vergleich zu 2016, als 27 Prozent der deutschen Chefsessel mit Frauen besetzt waren. Wie es gehen kann, zeigen auch an dieser Stelle die nordischen Länder: In Island sind Frauen mit 43 Prozent in den Chefetagen präsent. In Norwegen liegt der Anteil bei 42 Prozent; in Schweden immerhin bei 38 Prozent.

Ein möglicher Faktor, warum Frauen hierzulande weniger verdienen als Männer und seltener in Führungspositionen kommen: "Sie arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Branchen wie Gesundheit, Pflege oder Bildung oder nehmen befristete Jobs an. Dazu kommt: Viele reduzieren ihr Arbeitspensum und arbeiten zugunsten der Familie in Teilzeit", resümiert Petra Raspels. Während in Schweden und Island 83 bzw. 76 Prozent der Frauen ihren Beruf in Vollzeit ausüben, sind es in Deutschland nur 63 Prozent.

Veröffentlicht am: 13.03.2019

 

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