Keine guten Perspektiven für Frauen in Führungspositionen

EY-Umfrage

Noch immer sind Frauen in Führungspositionen in vielen Unternehmen eine Seltenheit – und daran wird sich zumindest kurzfristig wohl auch nicht viel ändern. Dies ergab eine weltweite Studie von Ernst & Young (EY).

Eine ausgewogene Verteilung der Geschlechter in ihren obersten Führungsgremien haben sich zahlreiche Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. In der Realität wird derzeit aber nur eine Minderheit dieser Idealvorstellung gerecht, fand EY nun in der Studie "Navigating disruption without gender diversity? Think again." heraus: Lediglich 10 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihr Vorstand schon jetzt zu 30 bis 40 Prozent aus Frauen bestehe – und auch in nächster Zukunft werden nach Einschätzung der Firmen wohl nur wenige Frauen den Weg in die Führungsriege schaffen. Nur 13 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich innerhalb der kommenden fünf Jahre deutliche Verbesserungen einstellen. Ein kleiner Lichtblick: Zumindest innerhalb ihres eigenen Vorstands gehen 69 Prozent davon aus, dass innerhalb der nächsten 25 Jahre eine Geschlechterparität erreicht werden kann.

Gezielte Förderungsprogramme sind Mangelware

Obwohl die meisten Unternehmen immerhin die mittel- bis langfristigen Perspektiven für Frauen in Führungspositionen positiv einschätzen, sind gezielte Förderungsprogramme für die weibliche Belegschaft in vielen Firmen noch rar gesät. Zwar gaben 55 Prozent der befragten Unternehmen zu, mehr tun zu müssen, um Frauen effektiv bei ihrem Weg in die oberste Führungsebene zu begleiten. Allerdings verfügen zurzeit nur 18 Prozent über die nötigen Strukturen, um die Karrieren entwicklungsfähiger Frauen in ihrem Betrieb voranzutreiben.

Darüber hinaus zeigt die EY-Studie einen fundamentalen Unterschied in der Wahrnehmung der Geschlechter hinsichtlich der Frage, welche Ursachen eine stärkere Einbindung von Frauen in Führungsgremien derzeit verhindern. Während 43 Prozent der Männer einen mutmaßlichen Mangel an geeigneten Kandidatinnen beklagt, sehen nur 7 Prozent der Frauen dies als Hauptproblem an. Stattdessen erkannten die weiblichen Umfrageteilnehmer sowohl einen Mangel an Unterstützung innerhalb ihrer Firmen (28 Prozent) als auch eine tendenziellen Bevorzugung von Männern (28 Prozent) und Schwierigkeiten in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (24 Prozent) als die größten Hürden.

Zur Studie:
Für die Studie "Navigating disruption without gender diversity? Think again." befragte EY 350 Führungskräfte auf Vorstandsebene aus unterschiedlichsten Branchen und 51 Ländern. Es wurden zu 50 Prozent Männer und zu 50 Prozent Frauen befragt.

tt

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