Konsumgüter: Einkaufsverhalten der Chinesen ändert sich

Bain & Company Report

Chinesische Konsumenten gehen immer häufiger in Restaurants oder bestellen über einen Lieferservice. Das beeinflusst das Wachstum des Lebensmitteleinzelhandels, Konsumgüterunternehmen müssen sich dem Marktwandel anpassen, so eine Studie.

Auch in China boomt der E-Commerce (Bild: ra2-Studio - fotolia.com)
Auch in China boomt der E-Commerce (Bild: ra2-Studio - fotolia.com)

 

Anbieter von Fast Moving Consumer Goods (FMCG) müssen sich auf einen rasanten Wandel im Einkaufsverhalten der Chinesen einstellen: Zwischen 2013 und 2016 verzeichnete der klassische Lebensmitteleinzelhandel in China ein Wachstum von lediglich drei Prozent. Die Ausgaben der Chinesen für Lebensmittellieferungen sind allerdings im gleichen Zeitraum um 44 Prozent und beim Außer-Haus-Verzehr um 10 Prozent gestiegen.

Rasanter Wandel im Einkaufsverhalten 

Serge Hoffmann, Bain-Partner in der Praxisgruppe Konsumgüter und Chinaexperte, bekräftigt die Verschiebung des Einkaufsverhaltens der Chinesen: „Es verfestigt sich ein Trend, der bereits im letzten Jahr zu erkennen war. Der Markt für Lebensmittel und Getränke entwickelt sich unterschiedlich schnell – High-Speed-Konsum außer Haus versus Low-Speed-Hausmannskost. Dieses Wachstum der zwei Geschwindigkeiten verändert das Spiel nachhaltig und ist ein Weckruf für viele Unternehmen“. Um in China weiterhin erfolgreich zu sein, müsse man die richtige Strategie für den steigenden Außer-Haus-Konsum finden. Viele Konsumgüterunternehmen haben das erkannt und beliefern nun auch direkt Restaurants oder investieren in unterschiedliche Außer-Haus-Kanäle.

Chinesische Marken vorn  

Die Studie ergab weiter, dass der chinesische E-Commerce im letzten Jahr um 52,6 Prozent gewachsen ist: Rund 7 Prozent aller Einkäufe des täglichen Bedarfs finden bereits Online statt. Auch chinesische Konsumgütermarken verzeichneten vergangenes Jahr ein Wachstum von 8,4 Prozent, ausländische Marken stagnierten jedoch mit einem Plus von 1,5 Prozent. Immer mehr Chinesen sind außerdem bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, um hochwertigere Produkte zu erhalten. 

Nach Einschätzung der Studienautoren müssen die Unternehmen ihr Portfolio überarbeiten, um den richtigen Mix aus High-Speed- und Low-Speed-Angeboten zu finden. Zusätzlich bestehe wowohl was die Punkte Qualität und Convenience angeht, fast überall Optimierungsbedarf in der Produktpalette.

Für die Studie untersuchten Bain und Kantar Worldpanel 40.000 chinesische Haushalte. Weiterhin befragten sie 4.000 ausgewählte Einzelkonsumenten in Rang-1- und Rang-2-Städten zu ihren Lebensmittel- und Getränkeeinkäufen außer Haus. Darüber hinaus führten Bain und Kantar Worldpanel eine detaillierte Analyse aller für den täglichen Bedarf genutzten Einkaufskanäle durch.

ma

Veröffentlicht am: 15.08.2017

 

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