Krankenhaus-Chefs kritisieren den Einfluss der Politik

Hannover - Das Bundeskabinett hat die Krankenhausreform verabschiedet, und auf der politischen Agenda stehen schon die nächsten Projekte im Gesundheitswesen. Die Erwartungen an die Vorhaben der Politik sind in Deutschlands Kliniken aber eher gering. 61 Prozent der Krankenhaus-Chefs bezeichnen den Einfluss der Politik auf den Klinikbetrieb als schädlich. Vor allem die Leiter der freigemeinnützigen Häuser äußern Bedenken: Fast drei Viertel von ihnen sehen die Auswirkungen der Politik kritisch. Das sind die Ergebnisse einer Studie von Forsa im Auftrag von Rochus Mummert.

Das Urteil der Krankenhaus-Chefs zur deutschen Gesundheitspolitik ist eindeutig, so die Studie. Dass nur ein Zehntel der Befragten zumindest positive Ansätze ausmacht und die Bestnote gar nicht erst vergeben wurde, sei bedenklich.  Auch dass fast ein Drittel der für die Studie befragten Kliniken das politische Handeln in Richtung Krankenhausalltag als wirkungslos bezeichnen, dürfte dem Anspruch der Politiker nicht genügen.

Finanzielle Mittel fehlen

Besonders kritisch sind der Studie zufolge die Häuser in freigemeinnütziger Trägerschaft: Fast zwei von drei Krankenhaus-Chefs halten den Einfluss der Politik für eher schädlich, und weitere sieben Prozent sogar für sehr schädlich. Bei Häusern mit öffentlichem Träger äußern insgesamt 63 Prozent Bedenken, und bei privaten Krankenhäusern immerhin die Hälfte. Laut Studie alarmierend: Von den öffentlichen Krankenhaus-Chefs gab es nur negative oder neutrale Beurteilungen.

Befragt nach Mängeln im eigenen Haus, gibt jeder zweite Klinikleiter an, ihm fehlten die eigentlich notwendigen finanziellen Mittel. Auf Platz zwei steht eine zu niedrige Bettenauslastung, gefolgt von einer geringen Personaldecke auf der 3. Insbesondere den Kliniken freigemeinnütziger Träger mangelt es nach Aussage der Krankenhaus-Chefs an Geld (71 Prozent ), während nur 30 Prozent der privaten Kliniken diese Aussage treffen. Anders sieht es bei den Patientenzahlen aus: Klagen hier nur vier Prozent der freigemeinnützigen Kliniken über eine zu geringe Auslastung, sind es bei den privaten Häusern 18 Prozent, so die Studie.

Befragt danach, wie sich die Krankenhauslandschaft entwickeln wird, erwarten 53% der Krankenhaus-Chefs künftig mehr Spezialkliniken, während 39 Prozent einen Trend hin zu Polikliniken ausmachen.

Zur Studie: "Die größten Herausforderungen für das Klinikmanagement" heißt die Studie, für die Forsa im Auftrag von Rochus Mummert 100 Geschäftsführer, Verwaltungsleiter, Verwaltungsdirektoren und geschäftsführende Direktoren in deutschen Kliniken befragte. In Telefoninterviews gaben die Befragten Auskunft zur derzeitigen Lage und Zukunftsaussichten ihrer Häuser im Hinblick auf die Bewältigung verschiedener Herausforderungen.

nwi

Veröffentlicht am: 15.06.2015

 

Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.

facebook twitter xing linkedin linkedin