Luftfahrtbranche auf der Suche nach IT-Spezialisten

Bitkom Umfrage

Ohne sie hebt kein Flugzeug ab, doch sie sind schon heute Mangelware: IT-Experten haben in der Luftfahrt exzellente Jobaussichten. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Unternehmen geben an, durch die Digitalisierung künftig mehr IT-Fachkräfte zu benötigen.

Flughafen Köln Bonn (Bild: Köln Bonn Airport)
Ohne IT-Experten hebt heute kein Flugzeug ab. (Bild: Köln Bonn Airport)

Wie eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt, gibt es für die Spezialisten Arbeit in nahezu allen Bereichen, besonders stark nachgefragt werden sie aber im Luft- und Raumfahrzeugbau (78 Prozent). Die Digitalisierung in der Luftfahrt betreffe alle Bereiche. Ohne Hard- und Software könne heute kein Flugzeug mehr starten, so der Bitkom. Der Anteil an digitalen Lösungen in der Branche werde in den kommenden Jahren aber noch deutlich anziehen. Doch das enorme Entwicklungspotenzial, das die Digitalisierung für die gesamte Branche bringe, könne nur mit entsprechenden Fachkräften voll ausgeschöpft werden.

40 Prozent der Unternehmen haben Probleme, IT-Fachkräfte zu finden

IT-Experten werden schon heute händeringend gesucht: Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) geben an, momentan Probleme zu haben, genügend IT-Fachkräfte zu finden. Luftfahrtunternehmen würden sich laut Bitkom mehr und mehr zu Digitalunternehmen wandeln, die entsprechende Kompetenzen verstärkt benötigen – ob in der Sensorik, Steuerung oder Flugüberwachung. Jede nicht zu besetzende Stelle bedeute daher einen Verlust von Wertschöpfung und Innovation für die gesamte Branche. IT-Experten haben bereits bahnbrechende Lösungen für die Branche entwickelt, etwa Chips, die den Verschmutzungsgrad von Turbinen und damit deren Wartungsrhythmus bestimmen. Auch in der Anwendung von 3D-Druck-Lösungen ist die Luftfahrt eine Pionierbranche. Um die Ausbildung von geeigneten Fachkräften voranzutreiben, bräuchte man noch mehr Hybridstudiengänge an den Universitäten. Absolventen im Maschinenbau oder in der Elektrotechnik etwa müssten künftig auch über Digital Know-how verfügen.

Trend zu mehr Arbeitsplätzen mit spezialisierten Tätigkeiten

Die Auswirkungen der Digitalisierung zeigen sich auch in Personalfragen. Je nach Branche erwarten 50 Prozent bis drei Viertel der Unternehmen, dass es künftig mehr spezialisierte Tätigkeiten geben wird. Gleichzeitig sagen lediglich 11 Prozent aller Befragten, dass einfache Tätigkeiten wegfallen werden. Jeder siebte (15 Prozent) Luftfahrt-Manager erwartet, dass in seinem Unternehmen unter dem Strich Arbeitsplätze abgebaut werden. Digitale Technologien würden die Produktivität der Unternehmen steigern, so der Bitkom weiter. Die Digitalisierung sorge deshalb dafür, dass Arbeitsplätze erhalten und sogar neue Jobs geschaffen werden.

Zur Studie:

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 102 Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen der Luftfahrtbranche befragt. Die Fragestellung lautete: Bitte sagen Sie mir, inwiefern die folgenden Aussagen auf Ihr Unternehmen zutreffen. Ihre Einschätzung können Sie auf einer Skala von 1 trifft voll und ganz zu bis 4 trifft überhaupt nicht zu abstufen. Die Aussagen waren: "Durch die Digitalisierung brauchen wir zukünftig mehr IT-Fachkräfte.", "Wir haben momentan Probleme, genügend IT-Fachkräfte zu finden.", "Infolge der Digitalisierung werden langfristig Arbeitsplätze mit einfachen Tätigkeiten in unserem Unternehmen wegfallen.", "Infolge der Digitalisierung wird es langfristig mehr Arbeitsplätze mit spezialisierten Tätigkeiten in unserem Unternehmen geben." und "Infolge der Digitalisierung werden in unserem Unternehmen unterm Strich langfristig Arbeitsplätze abgebaut."

ah

Veröffentlicht am: 21.11.2016

 

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