Macht von Finanzvorständen wächst

Heidrick & Struggle-Studie zur Rolle des CFO

Neben ihren klassischen Aufgaben werden Finanzvorstände in großen Unternehmen künftig mehr strategische und operative Funktionen wahrnehmen. Die Trends in Digitalisierung, Big Data und im Investor Relations Management verstärken diese Entwicklung. Das sind Ergebnisse einer Studie der Personalberatung Heidrick & Struggles.

Finanzexperten haben beste Karrierechancen (Bild: Kurt Kleemann - Fotolia)
Finanzexperten haben beste Karrierechancen (Bild: Kurt Kleemann - Fotolia)

 

Die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstandes wachsen zunehmend zusammen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie "Der Finanzvorstand der Zukunft" der internationalen Personalberatung Heidrick & Struggles. Für die Studie wurden über zwei Dutzend Finanzvorstände aus dem Kreis der DAX, MDAX und 50 größten deutschen Familienunternehmen befragt.

Neue Rollen im Vorstand

Die Vorstände sind im Umbruch. Peter Behncke, Partner von Heidrick & Struggles in Frankfurt und Autor der Studie, erwartet eine neue Rolle des Finanzvorstands, die mit den Begriffen "CFEO" und "CFOO" umrissen werden kann. Das dürfte, so Behncke weiter, die interne Bedeutung des Finanzvorstandes stärken, der in vielen Unternehmen schon heute die Position einer "Nummer zwei" ausfüllt.

Bessere Verzahnung dank Digitalisierung und Big Data

Mit Hilfe von Big Data werden CFOs stärker auf Geschäftsmodell und Geschäftsmöglichkeiten des Unternehmens einwirken. Der Studie zufolge werden Themen wie Artificial Intelligence, Block Chain Technology, die Digitalisierung der Prozesslandschaft und Big Data Analytics ganz oben auf der Agenda des CFO stehen. Peter Behncke erläutert: "Zum einen bewirkt die Automatisierung der Finanzdaten erhebliche Effizienzsteigerungen des Reportings, zum anderen verzahnt die Digitalisierung das Finanzressort noch besser mit den operativen Einheiten sowie den Finanzmärkten und dient damit der Verbesserung der Geschäftssteuerung."

Investor Relations fordern mehr Zeit

Die Autoren der Studie sind sich sicher, dass die Bedeutung von IR steigen wird. Für den CFO dürfte das nicht nur Chancen, sondern auch einen höheren zeitlichen Aufwand bedeuten. Im Zentrum steht weiterhin die enge Kommunikation mit den Investoren und Finanzmärkten. Aber auch Aufsichtsrat und Öffentlichkeit wird der CFO mit seinen Informationen intensiver bedienen.

Finanzvorstand als Sprungbrett an die Spitze

Die CFO-Funktion dürfte daher ein noch besserer Ausgangspunkt für den Sprung an die Unternehmensspitze sein. Peter Behncke prognostiziert dementsprechend: „Wir werden in den kommenden Jahren noch mehr Finanzchefs sehen, die zum CEO befördert werden.“ Eines ändere sich jedoch nicht: Wer eine CFO-Position anstrebe, braucht wie bislang tiefe Kenntnisse von Controlling, Corporate Finance und Accounting. Stationen in den Feldern Steuern, Treasury, Risikomanagement und auch Compliance dürften hingegen keine expliziten Karrierebeschleuniger sein, so Behncke.

Veröffentlicht am: 31.01.2018

 

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