Mangelnde betriebliche Gesundheitsförderung ist ein Kündigungsgrund

Asklepios

Für rund jeden zweiten deutschen Arbeitnehmer sind Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung wichtig bei der Jobsuche, so eine Studie von Asklepios. Neun Prozent würden wegen eines besseren Fit- und Wellnessangebots sogar die Firma wechseln.

Weitere 40 Prozent der Arbeitnehmer sehen den Studienergebnissen zufolge in Gesundheitsangeboten einen zusätzlichen Anreiz bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Im Wettbewerb der Unternehmen um gut qualifizierte Arbeitskräfte sind Angebote zur Gesundheitsförderung demnach ein wichtiges Argument, um Talente anzulocken. Wenn Unternehmen mehr Betriebssport, gesundes Kantinenessen, Vorsorgeuntersuchungen und Massagen anbieten, steigt ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Doch noch haben das laut der Studie nicht genügend Arbeitgeber erkannt: Fast drei von vier Arbeitnehmern wünschen sich, dass ihr Unternehmen das Angebot an gesundheitsfördernden Maßnahmen ausweitet.

Insgesamt erhalten bisher 58 Prozent der Angestellten in Deutschland mindestens ein gesundheitsförderndes Angebot von ihrem Arbeitgeber, so die Analyse von Asklepios. Am häufigsten sind das mit je 19 Prozent gesundes Essen und gemeinschaftlicher Betriebssport. Dicht dahinter folgen Rückenschulungen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die jeweils 17 Prozent der Arbeitnehmer angeboten werden. Das gesunde Essen und die medizinischen Untersuchungen sind dabei besonders beliebt: Jeweils mehr als die Hälfte der Mitarbeiter, denen diese Angebote gemacht werden, nutzen sie häufig, rund ein weiteres Drittel manchmal. Tendenziell, so das Ergebnis der Studie, achten große Unternehmen besser auf die Gesundheit ihrer Angestellten: Mehr als zwei Drittel der befragten Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern erhalten gesundheitsfördernde Maßnahmen. In Firmen mit zehn bis 50 Mitarbeitern sind es hingegen nur 40 Prozent.

Was hindert Arbeitnehmer am Sport?

Unabhängig von den Angeboten ihrer Arbeitgeber geben insgesamt 85 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, etwas für ihre Gesundheit zu tun – auch hier vor allem durch eine gesunde Ernährung (48 Prozent) und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (38 Prozent). Viele gute Absichten für einen gesunden Lebenswandel werden aber laut den Befragten durch Stress gehemmt. 48 Prozent der Arbeitnehmer sagen, Arbeitsstress halte sie häufig davon ab, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Am meisten haben dabei junge Arbeitnehmer mit dem Druck zu kämpfen: 57 Prozent der befragten 18- bis 29-Jährigen werden häufig durch Arbeitsstress davon abgehalten, sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Nur wenige Arbeitgeber helfen ihren Angestellten in dieser Lage: Lediglich zehn Prozent der Arbeitnehmer stimmen der Aussage voll und ganz zu, ihr Arbeitgeber bemühe sich, Stress im Arbeitsalltag zu vermeiden.

Betriebliche Gesundheitsangebote kommen gut an

Insgesamt erfreuen sich die meisten Gesundheitsangebote der Arbeitgeber steigender Beliebtheit. Das gilt insbesondere für betrieblich geförderte Mitgliedschaften in Fitnessclubs und Sportvereinen: Unter den Mitarbeitern, die solche Angebote nutzen, rafft sich fast ein Drittel häufiger auf als noch ein Jahr zuvor. Demgegenüber nutzen nur zwölf Prozent dieses Sportangebot jetzt seltener. Und unter denjenigen, die sich an betrieblichem Gemeinschaftssport beteiligen, tun dies 21 Prozent häufiger als im vorangegangenen Jahr – gegenüber 13 Prozent, die seltener den Weg zum Sportplatz oder in die Turnhalle finden. Dabei darf die Fitness auch gern etwas kosten: Sieben von zehn Angestellten, die über ihren Arbeitgeber Mitglied in einem Fitnessclub oder Sportverein sind, beteiligen sich an den Kosten. Unter den Gemeinschaftssportlern greifen 35 Prozent dafür ins eigene Portemonnaie. Insgesamt geben die Berufstätigen, die sich privat oder vom Arbeitgeber gefördert um ihre Gesundheit kümmern, dafür durchschnittlich 42 Euro im Monat aus und verwenden 15 Stunden darauf

Zur Studie:
Die Studie mit dem Titel "Gesundheitsförderung" wurde im Auftrag der Asklepios Kliniken durchgeführt. Bundesweit wurden dafür bis Dezember 2015 insgesamt 1.000 deutsche Arbeitnehmer ab 18 Jahren in Unternehmen ab zehn Mitarbeitern befragt.

mr

Veröffentlicht am: 11.03.2016

 

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