Maschinenbau: Rekordumsätze und Skepsis

EY Branchenbarometer

Die deutschen Maschinenbauer verzeichnen einen Rekordumsatz, sind aber mit Blick auf die Geschäftslage skeptisch. Gründe sind Unsicherheiten auf den wichtigsten Absatzmärkten und der Fachkräftemangel, so das EY-Maschinenbaubarometer.

Maschinen "Made in Germany" genießen im Ausland einen guten Ruf, doch die dortigen Märkte wachsen weniger. (Bild: Nataliya Hora - fotolia.com)


Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage stufen 54 Prozent als gut ein. Der Mittelstand insgesamt blickt da etwas optimistischer auf die aktuelle Situation: 59 Prozent der Unternehmen sind zufrieden, in den Branchen Transport und Verkehr sind sogar zwei Drittel positiv gestimmt. Ähnlich verhält es sich beim Blick in die Zukunft. In den kommenden sechs Monaten erwarten nur 25 Prozent eine Verbesserung. Im gesamten Mittelstand gehen immerhin 38 Prozent von einer guten Geschäftsentwicklung aus. Und auch hier sind die Werte in den einzelnen Branchen mitunter höher: 50 Prozent sind es in der Elektrotechnik, jeweils 44 Prozent im Handel und Kraftfahrzeugbau.

Wichtige Märkte wachsen weniger

Der Maschinenbau ist stark auf den Export angewiesen, die wichtigsten Märkte sind USA, China, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Die Experten von EY errechneten für das Jahr 2016 einen Rekordumsatz von 228 Milliarden Euro (bei den Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern), davon kamen 169 Milliarden Euro aus dem Exportgeschäft. Jedoch sieht es auf den wichtigen Absatzmärkten im Ausland unsicher aus, das Wachstum stagniert, politische Unsicherheiten sorgen für Spannung. In den USA drohen hohe Zölle, China wächst nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren, der Wahlausgang in Frankreich könnte sich auf den Export auswirken, der Brexit ebenso.

62 Prozent der Maschinenbauer sehen in der schwachen Konjunkturentwicklung im Ausland die größte Gefahr für ihre Unternehmensentwicklung. Im gesamten Mittelstand sind es nur 40 Prozent. Weitere Bedenken haben Maschinenbauer wegen geopolitischen Spannungen und Kriegen, dies geben 47 Prozent an (gesamter Mittelstand: 28 Prozent). Auch den Fachkräftemangel als Bremse für die eigene Entwicklung benennen die Hälfte der Unternehmen aus dem Maschinenbau. Dennoch fällt die aktuelle Umsatzprognose der Befragten für 2017 recht gut aus, dieser wird nach ihren Einschätzungen um 1,8 Prozent steigen.

Herausforderungen durch Digitalisierung

Zusätzlich müssen sich die Maschinenbauer mit dem digitalen Wandel auseinandersetzen. Bereits jetzt spielen digitale Technologien für mehr als die Hälfte (59 Prozent) eine wichtige Rolle, die Bedeutung wird in den kommenden fünf Jahren weiter steigen – so erwarten es auch 86 Prozent der Befragten. Der Einführung von Industrie 4.0 stehen jedoch hohe Investitionen und der Fachkräftemangel im Weg. Doch um weiter den guten Ruf und die Position im Premiumsegment verteidigen zu können, brauchen die Maschinenbauer beides. In den kommenden Jahren müssen sie daher die entsprechenden Fachkräfte für sich gewinnen und mit schwankenden Rohstoffpreisen und volatilen Märkten kalkulieren. Als Strategie empfiehlt EY, sich nicht nur auf eine Steigerung der Effizienz zu fokussieren. Die Unternehmen müssen sich außerdem unabhängiger von einzelnen Märkten machen, indem sie neue und erweiterte Geschäftsmodelle bieten.

Für das Maschinenbaubarometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) wurden insgesamt 3.000 mittelständische Unternehmen, davon 450 aus dem Maschinenbau befragt.

Veröffentlicht am: 25.04.2017

 

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