Mitarbeiterbewertungen sollten personalisiert sein

Accenture rät zur Modernisierung der Bewertungsmethoden

Die Arbeitswelt und das Aufgabenspektrum im Arbeitsalltag werden immer komplexer. Dadurch wird es für Unternehmen immer schwieriger, die Leistung ihrer Mitarbeiter objektiv zu bewerten. Laut einer Studie von Accenture reichen traditionelle Methoden meist nicht mehr aus.

Daran, dass Leistungsbewertungen auch in der heutigen Zeit noch Sinn ergeben, herrscht innerhalb der Arbeitswelt kein Zweifel: Wie Accenture in einer Umfrage herausfand, sind mehr als neun von zehn Führungskräften (94 Prozent) der Meinung, dass derartige Bewertungen zu einer Verbesserung der Geschäftsergebnisse beitragen. Allerdings sind auch sie sich bewusst, dass es heutzutage nicht mehr ausreicht, ausschließlich an bewährten Mustern wie Zielvorgaben, Rankings und Jahresgespräch festzuhalten. So glaubt lediglich jeder Vierte (39 Prozent), dass die derzeitigen Methoden dabei helfen, die Unternehmensziele zu erreichen.

Viele Beschäftigte fühlen sich nicht akkurat und objektiv bewertet

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommen auch die Mitarbeiter, die häufig noch mit traditionellen Methoden bewertet werden. 65 Prozent der Mitarbeiter denken, dass sie durch derartige Systeme weder akkurat noch objektiv bewertet werden können. Eine Mehrheit der Befragten ist darüber hinaus der Meinung, dass die Verwendung von Ratings eine negative Erfahrung darstellt. Stattdessen glauben 89 Prozent, dass sich ihre Arbeitsleistung durch andere Möglichkeiten der Bewertung verbessern könnte.

Doch wie kann eine neue Form der Leistungsbewertung aussehen? Zumindest kann  nach Ansicht einer großen Mehrheit der Führungskräfte (92 Prozent) sowie der Mitarbeiter (89 Prozent) auch in Zukunft nicht gänzlich auf traditionelle Rankings verzichtet werden. Dennoch sind 77 Prozent der Befragten der Ansicht, dass personalisierte Leistungsbewertungen künftig ebenfalls zum verpflichtenden Standardrepertoire gehören sollten. "Da die Belegschaften vielfältiger werden, müssen Organisationen ihre Mitarbeiter genau so individuell behandeln wie ihre Kunden", erklärt Rouven Fuchs, Geschäftsführer im Bereich Talent & Organization bei Accenture Strategy. "Leistungsbewertungen müssen grundlegend modernisiert und den Bedürfnissen der Belegschaft angepasst werden."

Transparenz wird immer wichtiger

Eine zentrale Rolle bei einer modernen Leistungsbewertung spielt dabei die Transparenz. So sind 79 Prozent der Führungskräfte und 69 Prozent der Mitarbeiter der Meinung, dass die Bewertungskriterien transparent und nachvollziehbar sein sollten. Offener Informationsaustauch wird von vielen Mitarbeitern ohnehin bereits gelebt: Immerhin fast drei Viertel (74 Prozent) sprechen mit ihren Kollegen über ihr Gehalt oder ihre Bewertung. Sechs von zehn Mitarbeitern posten Details zu ihrer Vergütung sowie Meinungen über ihren Vorgesetzten sogar in sozialen Netzwerken. Zudem hätten 51 Prozent der Beschäftigten kein Problem damit, wenn Kollegen Zugriff auf ihre Gehaltsinformationen hätten. "Die Erwartung, auf Informationen zugreifen und diese austauschen zu können, erreicht nach der Konsumwelt jetzt auch den Arbeitsplatz. Arbeitgeber können das nicht ignorieren und müssen dies bei der Leistungsbewertung berücksichtigen", rät daher Rouven Fuchs.

Zur Studie:
Für die Studie "Is Performance Management Performing?" befragte Accenture Strategy 2.100 Führungskräfte und Mitarbeiter in elf Ländern, darunter auch Deutschland.

tt

Veröffentlicht am: 20.06.2016

 

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