Nach stabilem Wachstum 2019 schaut die Consultingbranche ungewiss ins neue Geschäftsjahr

BDU zur Geschäftsentwicklung

Die Consultingbranche kann auf ein stabiles Jahr 2019 zurückblicken. Doch der Ausblick auf die Geschäftslage 2020 wird vom Corona-Virus getrübt.

 

BDU auf Ausblick 2020 getrübt (Bild: Ramdlon von Pixabay)
BDU auf Ausblick 2020 getrübt (Bild: Ramdlon von Pixabay)

Consultingbranche ist 2019 stabil gewachsen

Der BDU hat seinen Jahresbericht zur Geschäftsentwicklung der Branche der Unternehmensberatungen veröffentlicht. Der Umsatz der Consultingbranche in Deutschland ist 2019 um 5,7 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro gestiegen. Damit blieb das Wachstum zwar unter der Prognose von 7 Prozent für 2019, war aber dennoch stabil. „Das Jahr 2019 ist erstaunlich gut gelaufen. Es ist keine Krise eingetreten“, kommentiert BDU-Präsident Ralf Strehlau die Zahlen. In Deutschland konnten vor allem die mittelgroßen Beratungen zulegen. Die größeren Häuser und die kleineren Beratungen stagnieren dagegen weitestgehend im Umsatz, so der Verband.

Mitarbeitergewinnung hemmt das Wachstum

Auch bei der Mitarbeiterzahl ist die Branche um 2 Prozent gewachsen: Mittlerweile arbeiten rund 153.000 Menschen in der Consultingbranche, davon 128.000 Unternehmensberater. Der limitierende Faktor für weiteres Wachstum, so die Verbandsvertreter, sei im Jahr 2019 vor allem die Gewinnung von erfahrenen Mitarbeitern und High Potentials gewesen. Auch wenn die Branche laut eigener Einschätzung noch immer einen guten Ruf bei Kunden und potenziellen Mitarbeiter besitzt, wird es zunehmend schwieriger, neue Fachkräfte für die Arbeit als Berater zu gewinnen. Auch deshalb hat der BDU mit seinen Mitgliedsunternehmen die Initiative lieblingsarbeitgeber ins Leben gerufen, um einen gemeinsamen Arbeitgeberkodex für alle BDU-Mitglieder zu entwickeln.

HR-Berater spüren bereits den Corona-Effekt

Das Wachstum 2019 kam vor allem durch ein starkes Schlussquartal 2019. Dementsprechend positiv waren die Consultants für 2020 gestimmt und gingen erneut von einer Prognose von 5,8 Prozent für die Gesamtbranche aus. Doch der Corona-Virus könnte auch für die Branche der Unternehmensberater zur großen Herausforderung werden. Das legen die Ergebnisse einer Blitzumfrage nahe, die der BDU vom 5.–9. März unter 400 Teilnehmern durchgeführt hat. Zwar haben 72 Prozent der befragten Berater ihre Umsatzprognose noch nicht korrigiert, aber 27 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang. Besonders betroffen sind bereits HR-Berater, weil Seminare und Trainings abgesagt werden.

BDU-Präsident Ralf Strehlau
BDU-Präsident Ralf Strehlau

BDU-Präsident Ralf Strehlau dazu: „Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich der Einfluss des Corona-Virus auf den Umsatz unserer Gesamtbranche noch nicht quantifizieren. Wir gehen aber davon aus, dass die Consulting-Nachfrage aufgrund vielfältiger Kundenherausforderungen stabil bleiben wird. Beratungsthemen, wie zum Beispiel Supply Chain Management oder Sanierungsberatung, werden eine Sonderkonjunktur erleben.“ BDU-Vize Matthias Loebich ergänzte, dass er nicht davon ausgehe, dass große Projekte, wie z.B. Digitalisierungsprojekte, die das Geschäftsmodell eines Unternehmens grundlegend verändern, wegen des Corona-Virus gestoppt werden. Das Gesamtfazit von Ralf Strehlau: „2020 wird ein spannendes Jahr bleiben“.

 

 

 

Veröffentlicht am: 12.03.2020

 

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