Nachhaltigkeit spielt wichtige Rolle für das Unternehmensimage

Sustainability Image Score

München — Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Megathema in der Gesellschaft, sondern spielt für das Unternehmensimage weiterhin eine wichtige und stabile Rolle. Neben den Dimensionen Qualität der Leistung, Werte, Attraktivität, wirtschaftlicher Erfolg und Führung ist Nachhaltigkeit mit 15 Prozent eine relevante Treibkraft. Die übergreifende Erkenntnis der diesjährigen „Sustainability Image Score“ (SIS) Studie von der Serviceplan Gruppe und Facit Research lautet wie auch 2014: Nachhaltigkeit ist das neue Premium. Sie macht Unternehmen zukunftsfähig und gibt Marken wieder mehr von dem, was ihre eigentliche Funktion ist – Orientierung. Belohnt wird das Nachhaltigkeitsmanagement durch eine höhere Loyalität. Denn Kundenbindung entsteht durch emotionale Verbundenheit, und diese wiederum wird stark durch Nachhaltigkeitsaspekte geprägt. Darüber hinaus unterscheiden sich die fünf Unternehmen, die an der Spitze des Rankings stehen, auch in ihrer Kommunikation stark von denen der hinteren Rankingplätze.

An der Spitze des SIS-Rankings 2015 stehen Hipp, Miele, Milupa, Toyota, Alete, Frosta, Audi, Bosch, Coppenrath & Wiese und Bärenmarke. Neu in diesem Jahr ist die Erhebung der Branche Consumer Electronics.

Deutlich mehr Top-Branchen, Flop-Branchen auf zwei reduziert 

Insgesamt ist seit der ersten Studie nicht nur die Anzahl der Top-Branchen gestiegen, auch die Zahl der Flop-Branchen ist stark gesunken. 2012 zählten Babynahrung, Automobil,  Molkereiprodukte, Haushaltwaren, Convenience/Tiefkühlkost, Touristik und Süßwaren zu den Top-Branchen; heute sind es darüber hinaus Drogerieartikel, Versicherungen, Energiedienstleistungen, Consumer Electronics, Bekleidung, Finanzdienstleistungen sowie Lebensmittel.  

E.ON – ein großer Gewinner 2015

Zwar liegt E.ON in der aktuellen Studie lediglich auf Platz 72. Gleichzeitig konnte sich der Energieversorger aber im Vergleich zum Vorjahr von 55,4 um 6,5 Punkte auf 61,9 verbessern. Damit verzeichnet der Energieversorger von allen untersuchten Unternehmen den größten Zuwachs. E.ON hat mit einer dauerhaft glaubwürdigen Marketing- und Kommunikationsstrategie das Thema Nachhaltigkeit beim Verbraucher platzieren können. Der Energieversorger hat zudem mit der angekündigten Aufspaltung der Unternehmensbereiche eine radikale Entscheidung für eine nachhaltige Zukunft getroffen. Verbraucher schätzen mehr und mehr eine klare unternehmerische Haltung – im Fall von E.ON muss diese nun aber vollzogen, langfristig faktisch belegt und entsprechend kommuniziert werden.

Consumer Electronic Branche: Nur Apple innerhalb der Flop-Unternehmen 

Erstmals wurden 2015 Unternehmen aus dem Bereich Consumer Electronics untersucht. Insgesamt steigt die Branche auf Platz 11 ein und zählt mit einem SIS-Wert von 61,9 zu den Top-Branchen. Untersucht wurden folgende Unternehmen: Apple, Huawei, Nikon, Panasonic, Sony und Samsung. Zwar ist Apple das wertvollste Unternehmen aller Zeiten, weckt die höchsten Begehrlichkeiten und sorgt für lange Schlangen vor den Shops. Beim Thema Nachhaltigkeit strafen die eigenen Kunden Apple aber kompromisslos ab. Neben den offensichtlichen Kritikpunkten wie schlechten Bedingungen für Arbeiter und Zulieferer kommen aber auch die Themen „Produktqualität“ und „Langlebigkeit“ zum Vorschein. Hier sehen Kunden ihre eigenen Erwartungen aber auch die von Apple selbst angekündigten Fortschritte nicht erfüllt. 

Modebranche ist Sorgenkind beim Thema Nachhaltigkeit

Ein besonderes Sorgenkind ist die Modebranche. Auch im zweiten Jahr nach dem Ranz- Plaza-Unglück und den Versprechungen der Modebranche, die Produktionsbedingungen zu verbessern und mehr Verantwortung zu übernehmen, bewerten die Kunden die Unternehmen innerhalb der Branche weiterhin eher schlecht. Das wundert nicht, da das Gebot der angemessenen Nachhaltigkeitskommunikation aus Sicht der Kunden teilweise nicht gegeben ist. Transparenz und Glaubwürdigkeit werden weiterhin vernachlässigt.

Zur Studie: Für den SIS-Index wird Nachhaltigkeit aus den drei Dimensionen ökologische Nachhaltigkeit (verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen, umweltschonende Technologien, umweltschonende Produkte etc.), ökonomische Nachhaltigkeit (Einschätzung, ob ein Unternehmen fair und seriös wirtschaftet oder anfällig für fragwürdige Geschäftspraktiken ist) und soziale Nachhaltigkeit (bietet ein Unternehmen gute Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und übernimmt es gesellschaftliche Verantwortung?) zusammengesetzt.
Die SIS-Studie wird von Facit Research seit 2011 im Auftrag der Serviceplan Gruppe in Kooperation mit der WirtschaftsWoche durchgeführt. Die Erhebung unter mehr als 8.000 Verbrauchern findet dabei jeweils im Frühjahr statt. Befragt werden stets über 100 Unternehmen aus mehr als 15 Branchen. 

ah

Veröffentlicht am: 16.06.2015

 

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