Nur jedes vierte deutsche Krankenhaus verfügt über eine Digitalstrategie

Rochus Mummert analysiert Status quo im Gesundheitswesen

Die deutschen Krankenhäuser erzielen auf dem Weg zur "Medizin 4.0" nur kleine Fortschritte. Wie Rochus Mummert in einer Studie ermittelte, haben bislang nur 26 Prozent der Hospitäler in Deutschland eine unternehmensübergreifende Digitalstrategie aufgesetzt.


Demnach lassen sich digitale Helfer bislang vor allem in vielen deutschen Operationssälen finden. Andere technische Möglichkeiten wie Pflegeroboter, die Medikamente auf die Stationen bringen oder dabei helfen, Patienten aus dem Bett zu hieven, gehören dagegen noch nicht zum Alltag. "Es wird einige Jahre dauern, bis wir in Deutschland von einer flächendeckenden Digitalisierung der Kliniken sprechen können. Dieser Prozess schreitet nur allmählich voran", berichtet Dr. Peter Windeck, Geschäftsführer von Rochus Mummert Healthcare Consulting. "Die Zunahme digitaler Einzelprojekte zeigt uns aber, dass sich die Gesundheitswirtschaft in die richtige Richtung bewegt."

Kliniken forcieren insbesondere Einzelprojekte

In der Tat ist laut der Studie des Beratungshauses der Anteil der Kliniken, die zumindest digitale Einzelprojekte auf den Weg gebracht haben, die bereits erfolgreich in den Krankenhausalltag integriert werden konnten, seit der Vorgängerstudie im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf nun 56 Prozent gestiegen. Zudem sank der Anteil der Krankenhäuser, die sich bisher noch gar nicht mit der digitalen Transformation beschäftigt haben, von 8 auf 5 Prozent.

Innerhalb dieser Projekte engagieren sich laut Rochus Mummert allerdings nicht nur die IT-Experten der Kliniken. "Schon heute beobachten wir, dass die medizinischen und kaufmännischen Führungskräfte die Digitalisierung voranbringen, statt ihren Kollegen aus der IT das Feld zu überlassen", verrät Windeck. "Und je mehr digitale Projekte den Klinikbetrieb erleichtern, desto motivierter wird jeder Einzelne sein, sich als Treiber einzubringen." Anknüpfungspunkte finden die Entscheider in den Krankenhäusern jedenfalls genügend. So sehen die befragten Klinikmanager vor allem in der Verwaltung (84 Prozent) und der Diagnostik (75 Prozent) Digitalisierungs- und Automatisierungspotenzial. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) erkennt zudem in der stationären Versorgungen weitere Möglichkeiten.

Zur Studie:
Für diese Studie befragte Rochus Mummert Healthcare Consulting im Mai und Juni 2016 mittels einer Online-Umfrage 380 Führungskräfte deutscher Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.

tt

Veröffentlicht am: 22.09.2016

 

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