Nutzung von E-Government-Angeboten nimmt in Deutschland nur langsam zu

Initiative D21 e.V. und ipima stellen "eGovernment MONITOR 2016" vor

E-Government-Angebote haben es in Deutschland weiterhin schwer: Wie die Initiative D21 e.V. und das Institute for Public Information Management (ipima) herausfanden, nutzt nicht einmal jeder zweite deutsche Onliner (45 Prozent) digitale Verwaltungsangebote.

Mann am Laptop (Bild: Thinkstock)
E-Government-Angebote haben sich in Deutschland noch nicht vollständig etabliert. (Bild: Thinkstock)

Immerhin stieg der Anteil der Nutzer somit laut dem "eGovernment MONITOR" im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent. Zudem fassen immer mehr Bundesbürger Vertrauen in die digitalen Angebote der öffentlichen Verwaltung. So haben die Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Datensicherheit in den vergangenen zwei Jahren um etwa die Hälfte abgenommen und erreichen derzeit den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010. Darüber hinaus wächst auch die Zufriedenheit der Menschen, die bereits E-Government-Angebote nutzen: Mit einem Anteil von 62 Prozent zufriedenen Nutzern wurde in dieser Kategorie ein Höchstwert seit Erhebungsstart erzielt. Diese Zufriedenheit spiegelt sich auch im hohen Nutzungsgrad wider: So wählen die E-Government-Nutzer im Schnitt 3,1 Mal pro Jahr diesen Weg, um mit der Verwaltung in Kontakt zu treten.

De-Mail und die Online-Ausweisfunktion werden kaum genutzt

Diese Fortschritte können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade die großen Infrastrukturprojekte in diesem Bereich wie De-Mail oder die Online-Ausweisfunktion von den Bürgern nur selten genutzt werden und oftmals gar nicht bekannt sind. So besitzt fast die Hälfte der deutschen Onliner (45 Prozent) bislang kein De-Mail-Konto und möchte es auch in Zukunft nicht beantragen. Jeder Dritte (35 Prozent) hat zudem nicht einmal von diesem Angebot gehört. Ähnlich sieht es bei der Online-Ausweisfunktion aus: Gerade einmal einer von 25 Internetnutzern in Deutschland (4 Prozent) hat die Funktion aktiviert. 16 Prozent der Befragten wurde durch Mitarbeitende der Behörden sogar von der Freischaltung abgeraten.

Gerade Bürger mit niedrigerer Bildung lassen Angebote links liegen

Für die deutsche Verwaltung bleibt demnach noch viel zu tun. Nach Ansicht der Initiative D21 e.V. und ipima fehlt es vor allem an effizienten, medienbruchfreien und nutzernahen Angeboten. Zudem nutzen Bürger mit niedrigerem Bildungsgrad (41 Prozent) die E-Government-Lösungen deutlich seltener als Hochgebildete (72 Prozent). "Als größte Nutzungsbarrieren erweisen sich noch immer die mangelnde Bekanntheit, eine mangelnde Durchgängigkeit sowie die undurchschaubare Angebotsstruktur – alles Barrieren, die die Verwaltung direkt beeinflussen kann. Die Verwaltung hat es also in der Hand, die Bürgerinnen und Bürger für sich zu begeistern. Sie sind empfänglich für Neues und die Verwaltung tut gut daran, Experimente zu wagen, um die Potenziale der Digitalisierung voll auszuschöpfen", rät Prof. Dr. Helmut Krcmar vom Institute for Public Information Management (ipima).

Zur Studie:
Für diese Studie befragte Kantar TNS im Auftrag der Initiative D21 e.V. und ipima 1.008 Personen in Deutschland.

tt

Veröffentlicht am: 23.09.2016

 

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