Personalvermittlung und Headhunting: Trotz Fachkräftemangels neue Mitarbeiter

Fast täglich ist der noch immer anhaltende Fachkräftemangel in den Medien präsent. Unternehmen in Deutschland suchen händeringend nach fähigen Mitarbeiter*Innen. In einigen Bereichen ist die Lage besonders schlimm. Zudem ist der Fachkräftemangel regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Insgesamt sind besonders die Branchen aus dem MINT-Bereich, dem Handwerk sowie der Metall- und Elektroindustrie betroffen. In Gesundheitsberufen herrschen ebenfalls seit geraumer Zeit personelle Engpässe. Deutschlandweit werden aktuell rund 1,2 Millionen Arbeitskräfte gesucht. Eine wichtige Hilfe bei der Suche nach den geeigneten Kandidat*Innen können Personalvermittlungsagenturen darstellen. Deren Personalvermittler und Headhunter stehen Unternehmen beim Bewerbungsprozess zur Seite.

Fachkraft (Bild: picture alliance | Christian Ohde)

Im ersten Quartal 2022 verzeichnen wir hierzulande sogar einen Höchststand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Mehr als 800.000 Posten sind frei laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit. (Bild: picture alliance | Christian Ohde)

Der Fachkräftemangel in Deutschland

Es ist ein riesiges Problem für viele Unternehmen in Deutschland: Sie bekommen einfach keine Fachkräfte für ausgeschriebene Stellen. Im ersten Quartal 2022 verzeichnen wir hierzulande sogar einen Höchststand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Mehr als 800.000 Posten sind frei laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Insgesamt werden noch mehr Arbeitskräfte gesucht. Allein im vergangenen Jahr waren es etwa 1,2 Millionen. Bei etwa zwei Dritteln davon handelt es sich um Fachkräfte, die sich auf 70 verschiedene Berufsgruppen verteilen.

So gibt es zu wenig ausgebildetes Fachpersonal in der Sozialpädagogik, in MINT-Berufen, im Gesundheitswesen und in der Pflege sowie in Handwerksberufen. Die Tragweite des Fachkräftemangels zeigt sich jedoch nicht nur jetzt. Auch die Zukunft kann ohne geeignetes Personal düster aussehen: Ohne Fachkräfte können viele Betriebe, gerade Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), auf lange Sicht nicht weiter existieren.

Wie können Unternehmen reagieren?

Um gegen diesen Fachkräftemangel vorzugehen, sind den Unternehmen nicht in Gänze die Hände gebunden. Sie können mit verschiedenen Maßnahmen aktiv werden:

  • Ausbilden: Wenn Unternehmen keine Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt bekommen, besteht eine Möglichkeit, diese selbst auszubilden und anschließend zu  übernehmen.
  • Weiterentwicklung durch Weiterbildungen: Weiterbildungen und Entwicklungsoptionen sind ein großer Anreiz für Angestellte. Die Möglichkeit zur Weiterbildung macht eine Stelle also deutlich attraktiver.
  • Mitarbeiter binden: Beispiele für mitarbeiterbindende Maßnahmen ist das Anbieten flexibler Arbeitszeitmodelle und einer betrieblichen Altersvorsorge. Auch die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, stellt für viele Arbeitnehmer ein entscheidendes Kriterium dar.  
  • Bekanntheit des Unternehmens steigern: Möglicherweise ist das Unternehmen nicht bekannt und interessant genug, um die passenden Fachkräfte zu erreichen. Mit Werbeauftritten, zum Beispiel im Internet, kann das die Firma seine Bekanntheit steigern. Diese und weitere Maßnahmen im Employer Branding erleichtern den Recruiting Prozess.
  • Niemanden ausschließen: Das Unternehmen sollte allen Bewerbern gleiche Chancen geben und niemanden aufgrund seiner Herkunft, Ethnie, Religion oder sexuellen Orientierung bevorzugen. Es ist wichtig, offen für alle zu sein.

Personalvermittler und Headhunter übernehmen den Recruiting Prozess

Grundsätzlich können Personalvermittler und Headhunter mit ihrer Expertise eine besondere Rolle für Unternehmen einnehmen. Personaldienstleister wie Randstad, einer der bekanntesten Dienstleister, helfen mit Headhunting und Personalvermittlung aktiv beim Recruiting Prozess.

Sie übernehmen den gesamten Recruiting Prozess für die beauftragende Firma. Dabei dient der Headhunter nur als Vermittler – die Anstellung selbst erfolgt über das Unternehmen. Der Vorteil für letzteres ist, dass ihm nicht nur eine Menge Arbeit abgenommen wird, sondern dass es sich auch auf das Knowhow der Personalvermittler stützen kann. Diese können auf umfangreiche Datenbanken zurückgreifen und verfügen über ein Netzwerk mit interessanten Kontakten.

Im Idealfall bringen Headhunter beide Seiten nach ihren jeweiligen Vorstellungen und Wünschen passgenau zusammen. Auf diese Weise lässt sich dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Und die Resultate können sich sehen lassen: Immerhin vermittelt Randstad pro Jahr rund 30.000 Festanstellungen. Für Bewerber ist das Ganze übrigens kostenlos.

Klare Abtrennung zur Zeitarbeit

Oft werden Personaldienstleister mit Zeitarbeitsunternehmen verwechselt. Jedoch gibt es einen klaren Unterschied zwischen der Zeitarbeit und der Personalvermittlung: Die Fachkräfte sind bei der Personalvermittlung nicht bei dem Vermittlungsunternehmen angestellt und arbeiten nicht temporär bei einem Unternehmen, bis sie schließlich zum nächsten Job wechseln, sondern sie sind fest bei dem Unternehmen angestellt, das den Personalvermittungsdienstleister beauftragt hat.

Zeitarbeit kann eine gute Überbrückung sein, um den Mangel an Personal im eigenen Unternehmen kurzfristig auszugleichen. Allerdings bieten Festanstellungen eine nachhaltige und langfristige Lösung für das Unternehmen.

Jobs brauchen mehr Attraktivität

Am Ende müssen Jobs, in denen es an Personal mangelt, einfach attraktiver werden. Firmen dürfen in der Ausgestaltung der Jobs gerne umdenken. Denn ohne gut ausgebildetes Personal können sie nicht existieren. Schlimmer sieht die Situation noch im Gesundheitswesen aus: Hier ist ausreichendes und gut ausgebildetes Personal sogar absolut lebenswichtig.

Eine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sind die Basis, die einen guten Job auszeichnen. Es kommt auf die richtige Balance zwischen Freizeit und Karriere an, das Arbeitsklima muss stimmen und die Bezahlung sollte angemessen sein. Ansonsten wird der Fachkräftemangel nur schwer in den Griff zu bekommen sein.

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