Pharma: Umsatzentwicklung abgeschwächt

EY Analyse

Umsätze sowie Ausgaben für Forschung und Entwicklung gehen bei den 21 größten Pharmaunternehmen zurück. Die Gewinne bleiben jedoch konstant. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

Trotz vieler neuer Wirkstoffe können die Pharmaunternehmen ihr Wachstum nicht ausreichend steigern. (Bild: Richard Villalon - fotolia.com)

Trotz vieler neuer Wirkstoffe können die Pharmaunternehmen ihr Wachstum nicht ausreichend steigern. (Bild: Richard Villalon - fotolia.com)


In 2016 stieg der Umsatz währungsbereinigt um 3,1 Prozent auf 445,4 Milliarden Euro. 2015 konnten die betreffenden Konzerne noch ein Plus von 4,6 Prozent erwirtschaften. Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung wird die Tendenz noch deutlicher: In 2016 betrugen diese 80,7 Milliarden Euro, das bedeutet einen Anstieg von 3,9 Prozent im Vergleich zu 2015.

Insgesamt verbesserten die Konzerne aber ihre Profitabilität. Beim operativen Ergebnis gab es eine Steigerung um 6,3 Prozent auf 156,7 Milliarden Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich ebenfalls von 26,3 Prozent auf 27,0 Prozent. In Bezug auf die Produktpipeline konnten die Experten von EY ebenfalls zweistelliges Wachstum feststellen: Knapp 12 Prozent mehr Produkt als 2015 sind in der klinischen Entwicklung, in der Zulassungsphase oder wurden in den Markt eingeführt.

Deutsche Konzerne im internationalen Vergleich gut

Bayer, Boehringer Ingelheim und Merck sind nach Einschätzungen der Experten im internationalen Vergleich gut aufgestellt, bei der Profitabilität performen sie jedoch unterdurchschnittlich. Bayer steigerte zwar die Marge um 1,3 Prozent, Merck und Boehringer Ingelheim mussten jedoch einen Rückgang von 0,8 bzw. 0,9 Prozent hinnehmen.

Insgesamt entwickeln sich die US-Konzerne besser als ihre Wettbewerber. Sieben von zehn der Unternehmen mit dem stärksten Umsatzwachstum stammen aus den USA. Ebenfalls in die Top Ten schaffen es Bayer und Boehringer Ingelheim mit Wachstum von 10,2 bzw. 9,2 Prozent.

Mit Blick auf die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stehen alle drei deutschen Konzerne gut da. Merck gab 14,2 Prozent mehr aus, Bayer investierte 13,8 Prozent mehr, Boehringer Ingelheim gab 3,6 Prozent mehr aus.

Hauptumsatzträger Krebswirkstoffe

Krebswirkstoffe machen in der Entwicklung mit 39 Prozent den größten Anteil an allen Wirkstoffen aus, EY stuft sie als Hauptumsatzträger ein, sie machen knapp 29 Prozent aller Medikamentenumsätze der analysierten Unternehmen aus. Hier verzeichnen die Konzerne ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 127,9 Milliarden Euro. Auf den Plätzen zwei und drei in der Entwicklung sind Medikamente gegen Infektionen und zur Behandlung des zentralen Nervensystems.

Trotz der vielen Neuentwicklungen von Wirkstoffen konnten die großen Konzerne jedoch ihre Umsätze nicht an die Marktentwicklung anpassen. Auf 100 Milliarden US-Dollar beziffert EY den benötigten Wachstumsschub in 2017, um diese Entwicklung ausgleichen zu können. Aus eigener Kraft können die Konzerne das benötigte Wachstum nicht erreichen, angesichts des Wachstumsdrucks steigt daher die Aktivität auf dem Übernahmemarkt. Dieser ist ohnehin sehr dynamisch, da es in der Branche derzeit eine Neuorientierung gibt. Die Summe stieg bereits von 227 Milliarden US-Dollar (2014) auf 230 Milliarden US-Dollar (2015).  In 2016 wurde schließlich mit 258 Milliarden US-Dollar ein neuer Rekordwert erreicht.

Für die Analyse hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY die Finanzkennzahlen der 21 größten Pharmaunternehmen der Welt untersucht. Erfasst sind die umsatzstärksten börsennotierten Pharmaunternehmen und Boehringer Ingelheim als global größtes privates Pharmaunternehmen in Familienhand. Untersucht wurden die Bilanzen der Jahre 2014, 2015 und 2016.

io

Veröffentlicht am: 16.05.2017

 

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