Planziele der Energiewende werden nur teilweise erfüllt

McKinsey veröffentlicht Energiewende-Index

Bei der Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat sich laut dem Energiewende-Index von McKinsey eine Schere aufgetan: Während sieben der fünfzehn für 2020 anvisierten Ziele schon jetzt kaum noch zu erreichbar sind, werden andere teilweise übererfüllt.


Ein Beispiel hierfür ist laut McKinsey der Offshore-Wind-Ausbau: Bis 2020 sollen Windparks mit 6,5 Gigawatt (GW) Leistung gebaut werden. Davon sind zurzeit 3,3 GW erreicht, was einem Erfüllungsgrad von knapp 170 Prozent des derzeitigen Zielwerts entspricht. Damit liegt Deutschland innerhalb des Indikators weit über dem Plan. Noch deutlicher fällt die Übererfüllung im Bereich der Kapazitätsreserven in den deutschen Kraftwerken aus: Diese stiegen innerhalb eines halben Jahres von bereits übererfüllten 238 Prozent noch einmal auf nun 292 Prozent. Die Energieversorgung ist damit zumindest auf nationaler Ebene nach wie vor gewährleistet.

Kosten für Netzeingriffe explodieren

Dies bedeutet jedoch nicht, dass es nicht dennoch regional immer wieder zu Engpässen kommen kann. So haben sich die Kosten für Netzeingriffe, die das Stromnetz stabilisieren sollen, auf zuletzt 403 Millionen Euro mehr als verdoppelt. "Immer häufiger sind so genannte Redispatch-Maßnahmen notwendig, die das Zu- und Abschalten von Kraftwerkskapazitäten regeln", erklärt McKinsey-Seniorpartner Thomas Vahlenkamp. Nach Erkenntnissen des Beratungshauses resultiert die wachsende Zahl der Netzeingriffe fast vollständig aus Engpässen auf den Nord-Süd-Trassen in den Regelzonen der Übertragungsnetzbetreiber.

Viele Ziele der Energiewende sind massiv gefährdet

Die Netzeingriffe sind jedoch nicht der einzige Faktor, der die ökonomische Bilanz der Energiewende nach unten zieht. Auch die aktuelle Strompreisentwicklung trägt ihren Teil dazu bei: So liegt das Preisniveau für Haushaltsstrom in Deutschland derzeit 42,1 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Beim Industriestrom sieht es mit rund 20 Prozent zwar noch etwas besser aus, allerdings zeigen die Strompreise auch in diesem Sektor eine steigende Tendenz. Darüber hinaus verfehlt die Bundesrepublik derzeit auch einige weitere Ziele der Energiewende: So ist der Primärenergieverbrauch im Analysezeitraum konjunkturbedingt um 2,3 Prozent angestiegen, während der Stromverbrauch nur leicht gesunken ist. Zudem steigen die Emissionen: Mit zuletzt 925 Mt ist der CO2e-Ausstoß von der für 2020 anvisierten Zielmarke von 750 Mt noch weit entfernt.

tt

Veröffentlicht am: 09.09.2016

 

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