Recruiting und Talent Management: Wenig digitalisiert

Korn Ferry Futurestep Studie

Unternehmen in Europa sind im Hintertreffen, wenn es um digitalisiertes Recruiting und Talent Management geht. Insgesamt ist die Digitalisierung in Personalabteilungen noch nicht weit fortgeschritten. Das ergab eine Befragung von Korn Ferry Futurestep.

Die Digitalisierung im Recruiting ist noch nicht weit fortgeschritten. Dadurch engeht Unternehmen der Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften. (Bild: ViewApart - fotolia.com)

Die Digitalisierung im Recruiting ist noch nicht weit fortgeschritten. Dadurch engeht Unternehmen der Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften. (Bild: ViewApart - fotolia.com)


Welche digitale Kompetenz vermittelt ein potenzieller Arbeitgeber im Erstkontakt? Danach treffen mittlerweile laut Einschätzung von Korn Ferry Futurestep viele Nachwuchskräfte ihre Bewerbungsentscheidung. Europäische Unternehmen sind in diesem Punkt allerdings wenig gut aufgestellt. Das ergab eine Befragung, die der Anbieter für Rekrutierung und Recruitment-Process-Outsourcing durchgeführt hat.

Demnach nutzt nur ein Fünftel der Unternehmen in Europa das Handy als Bewerbungs- und Rekrutierungskanal, die Hälfte (49 Prozent) hält zu Bewerbern langfristig Kontakt mithilfe eines entsprechenden Systems, einem Applicant Tracking System (APS). Scheinbar haben in diesem Punkt zumindest mehr Unternehmen jedoch bereits erkannt, dass das Management der Bewerberbeziehungen angesichts des Fachkräftemangels immer wichtiger wird. Die Akzeptanz gegenüber der entsprechenden Software ist höher, häufig ist sogar die Implementierung in Vorbereitung. Zum Vergleich: In Nordamerika und in Asien verwenden mehr als ein Drittel der Unternehmen Mobiltelefone für ihr Recruiting. Ein APS nutzen in Nordamerika 77 Prozent.

Talentstrategie: selten Teil der Geschäftsstrategie

Ein Grund dafür, dass die HR-Abteilungen bei der Digitalisierung noch nicht weit vorangekommen sind, sehen die Experten von Korn Ferry Futurestep in der Tatsache begründet, dass die Talent- und Rekrutierungsstrategie häufig nicht mit der generellen geschäftlichen Strategie verbunden sind. Lediglich 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Aktivitäten in Abstimmung auf die Geschäftsstrategie der nächsten drei Jahre durchführen. 35 Prozent trafen sogar die Aussage, keine klare Zielausrichtung in Bezug auf die gesuchten Talente zu verfolgen.

Um die Digitalisierung im eigenen Unternehmen aber erfolgreich umsetzen zu können, braucht es ebenso die passenden Nachwuchskräfte. Nötig wäre nach Einschätzung von Korn Ferry Futurestep, dass die Personalabteilungen bei allen relevanten strategischen Entscheidungen eingebunden werden und ihre Rolle als entscheidender Faktor bei der Digitalisierung neu bewerten.

Korn Ferry Futurestep befragte im vierten Quartal 2016 weltweit 1.100 HR-Führungskräfte zum Stand der Digitalisierung von HR.

Veröffentlicht am: 04.04.2017

 

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