Robotisierung in der Logistik könnte Kosten deutlich reduzieren

Roland Berger

Die zunehmende Robotisierung hat auch die Logistikbranche längst erfasst. In den kommenden Jahren könnten die Veränderungen laut einer Studie von Roland Berger aber noch tiefgreifender werden – mit gravierenden Folgen für Unternehmen und Beschäftigte.

Logistikunternehmen (Bild: consulting.de)
Übernehmen Roboter zukünftig immer mehr Aufgaben in der Logistik? (Bild: consulting.de)

Schon heute sind Roboter aus vielen Logistikunternehmen kaum noch wegzudenken. Von der Palettierung über das Stapeln und Entstapeln bis hin zum Transport von Paletten übernehmen Roboter bereits viele Aufgaben. Laut der Studie "Of Robots and Men – in logistics: Towards a confident vision of logistics in 2025" von Roland Berger dürfte sich dieser Trend fortsetzen – vor allem dank immer günstigerer Produkte.

Roboter werden immer günstiger

So liegt die Kostenschwelle, ab der Robotiklösungen in den meisten Regionen Westeuropas wirtschaftlich rentabel sind, zwischen 100.000 und 110.000 Euro. Aufgrund der Arbeit zahlreicher Forschungsinstitute und Start-up-Unternehmen dürften die Preise nach Einschätzung von Roland Berger bis 2020 unter die magische Grenze von 100.000 Euro fallen, sodass die Roboter dann auch flächendeckend in weiteren Arbeitsbereichen wie dem Verladen zum Einsatz kommen könnten.

Vor allem die Unternehmen könnten von dieser Entwicklung profitieren: Durch die stärkere Einbindung von Robotern kann die Logistikbranche aufgrund einer gesteigerten Produktivität laut Roland Berger 20 bis 40 Prozent der Kosten für die Warenabwicklung senken. Abhängig ist die tatsächliche Höhe der Einsparungen unter anderem von der Komplexität der Bestellvorbereitungsprozesse, der Bandbreite der Bestellungen sowie der Gestaltung des Lagers.

Sind 1,5 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr?

Allerdings könnte sich die zunehmende Robotisierung nicht nur auf die Geschäftszahlen der Unternehmen auswirken. Auch für die Beschäftigten in der Logistik hat sie massive Konsequenzen. "Aus mikroökonomischer Sicht scheint klar, dass Robotisierung sinnvoll und unausweichlich ist. Doch ihre makroökonomischen Konsequenzen sind noch unklar", erklärt Martin Streichfuss, Partner bei Roland Berger. So könnten nach Einschätzung der Unternehmensberatung durch den vermehrten Einsatz von Robotern bis 2025 allein in der Eurozone bis zu 1,5 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, wenn keine geeigneten Vorkehrungen getroffen würden. Besonders betroffen seien die Bereiche Handel und industrielle Produktion sowie deren Logistikdienstleister.

tt

Veröffentlicht am: 03.06.2016

 

Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.

facebook twitter xing linkedin linkedin