Roland Berger fordert mehr Sanierungsbereitschaft

Umfrage zum "Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen" (ESUG)

Roland Berger und die Heidelberger Gesellschaft für Unternehmensrestrukturierung (HgGUR) haben die Auswirkungen des ESUG-Gesetzes untersucht. Während die Mehrheit der befragten 2300 Managern das Gesetz positiv bewerten, beklagen die Berater den ausbleibenden Mentalitätswandel.

Roland Berger wünscht sich neue Insolvenzkultur (Bild: johannesspreter - fotolia.com)
Roland Berger wünscht sich neue Insolvenzkultur (Bild: johannesspreter - fotolia.com)

 

Fünf Jahre nach seinem Inkrafttreten stellt eine aktuelle Studie von Roland Berger und der Heidelberger gemeinnützigen Gesellschaft für Unternehmensrestrukturierung (HgGUR) das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) auf den Prüfstand. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit 93 Prozent der Befragten bewertet die große Mehrheit das Gesetz überwiegend positiv. 

Christopher Seagon, Partner von Wellensiek und geschäftsführender Gesellschafter der HgGUR, zeigt sich zufrieden: "ESUG wird insgesamt gut angenommen und ist bei der Sanierung von Unternehmen mittlerweile Normalität geworden." Den deutschen Sanierungsstandort habe die ESUG "stark voran gebracht." So haben sich im Einführungsjahr 2012 nur 53 Prozent der Befragten mit ESUG-relevanten Fällen befasst; 2017 waren es bereits 94 Prozent. 

ESUG-Ziele nur teilweise erreicht

Obwohl sich die Erwartungen an ESUG größtenteils erfüllt haben, sind noch einige Punkte offen. Dazu gehört die Stärkung der Gläubigerrechte: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) sieht dieses Ziel nicht erfüllt. Rund die Hälfte der Studienteilnehmer bemängelt den noch ausstehenden Mentalitätswechsel. Für Jörg Eschmann, Partner bei Roland Berger, ist die Sache klar: "Deutschland braucht eine neue Insolvenzkultur." Mit ESUG habe diese sich zwar verbessert, dennoch werde das Insolvenzverfahren nicht gezielt als Sanierungsstadium genutzt und das trotz der positiven gesetzlichen Anreize.

Trotz der Kritik ist die Mehrheit mit ESUG zufrieden. Nur 17 Prozent der Befragten wünschen sich eine Reform des außergerichtlichen Insolvenzverfahrens. Negativ aufgefasst wurde dagegen die Entscheidung des Bundesfinanzhofs, den Erlass zur Besteuerung von Sanierungsgewinnen aufzuheben. Drei Viertel der Befragten sehen hierdurch eine existenzielle Bedrohung für Unternehmen in Sanierungsfällen.

Trotz der Kritik ist die Mehrheit mit ESUG zufrieden. Nur 17 Prozent der Befragten wünschen sich eine Reform des außergerichtlichen Insolvenzverfahrens. Negativ aufgefasst wurde dagegen die Entscheidung des Bundesfinanzhofs, den Erlass zur Besteuerung von Sanierungsgewinnen aufzuheben. Drei Viertel der Befragten sehen hierdurch eine existenzielle Bedrohung für Unternehmen in Sanierungsfällen.

Veröffentlicht am: 22.01.2018

 

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