Scheitern, Fühlen, Programmieren

Medienspiegel

Ein Star der Internetwirtschaft steht auch jetzt noch fest zu Donald Trump, ein kritisierter TV-Investor verteidigt die Höhle des Löwen und ein Wirtschaftsmagazin singt ein Loblied auf die Intuition – mehr erfahren Sie in unserem Medienspiegel der Woche.


Von Tim Farin

Wussten Sie, dass wir jetzt nicht mehr nur im Internetzeitalter leben, sondern nachweisbar auch in der Ära des mobilen Internets? Wie Mike Murphy auf Quartz auf Grundlage einer Analyse von StatCounter berichtet, gab es im Oktober erstmals mehr "Page Views" von Handys und Tablets als von Computern. Der Trend dürfte sich noch deutlicher werden, denn "der Glaube ist weit verbreitet, dass die nächste Milliarde neuer Internet-User das Netz fast vollständig zuerst vom Mobilgerät betreten wird".

Die Schatten der Netzökonomie

Mit dem mobilen Internet steigen auch Geschäftsmodelle auf, die eingespielte – und regulierte – Märkte verunsichern oder gar erschüttern. Das Personenbeförderungsunternehmen Uber ist solch ein Beispiel – aber es steht zunehmend in der Kritik, wie etwa im Beitrag von Hamilton Nolan auf Deadspin. "Uber wird alles tun, um sicherzugehen, dass seine Fahrer nicht als echte Angestellte eingestuft werden", schreibt Nolan. Das geht so weit, dass Uber selbst hinter Organisationen stecken soll, die so aussehen wie Arbeitnehmervertretungen – und damit Gewerkschaften den Platz streitig machen.

Der Starinvestor für Trump

Nächste Woche entscheidet sich, wer 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird. Kandidat Donald Trump hat viele der Strukturwandel abgehängten Bürger von sich überzeugen können – aber auch einen der größten Gewinner der Internetwirtschaft, den Investor Peter Thiel. "Dem Establishment zum Trotz" hat sich Thiel nun wiederholt öffentlich als Supporter des Immobilienunternehmers ans Mikro gestellt, wie Thorsten Schröder auf zeit.de schreibt. "Die Rolle des Außenseiters gefällt auch Thiel, sie ist das verbindende Element zwischen ihm und Trump."

Schönes Scheitern?

Wer wagt, gewinnt – oder verliert eben auch. Scheitern ist zum Trendthema geworden. Die Wirtschaftswoche warnt vor den Fehlentwicklungen: "Der falsche Kult des Scheiterns" heißt eine Geschichte, die vor einer Verklärung des Misserfolgs warnt. "Über all den positiven Folgen des Scheiterns werden die negativen Seiten gerne vernachlässigt. Die Grenze zwischen Idealisierung und Hypnotisierung ist an dieser Stelle schmal", argumentieren die Autoren – und führen auch die realen Schattenseiten des Scheiterns ins Feld.

Löwe brüllt zurück

Kürzlich gab es von Olaf Jacobi, Partner beim Kölner Venture-Kapitalisten Capnamic, Kritik an der TV-Show "Die Höhle des Löwen" – nun hat Frank Thelen, eines der Gesichter der Sendung, zurückgeschlagen. Im Interview mit John Stanley Hunter von Business Insider sagt er: "Wir bauen richtig starke Unternehmen auf." Wenn es nach Thelen geht, ist die wirtschaftliche Qualität der teilnehmenden Teams stets gestiegen – und die Show sei im Allgemeinen sehr nah an der Realität.

Programmieren für Flüchtlinge

Sven Astheimer berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über ein bemerkenswertes Bildungsprojekt mit Kriegsflüchtlingen in Jordanien, Ägypten, im Libanon und in der Türkei: Die so genannte "Refugee Code Week", bei der schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen an einer Informatik-Schulung teilgenommen haben. Damit bietet das Programm einen Ansatzpunkt für eine bessere Zukunft der beteiligten Menschen: "Die Nachfrage nach Programmierern in der Region ist groß, heißt es von den Organisatoren."

Es lebe das Bauchgefühl!

Seien Sie nicht zu vernünftig! Wolf Lotter argumentiert für brand eins, warum Intuition für uns wichtig ist – nämlich als ideale Ergänzung. Lotter argumentiert, warum spontane Eingebung für uns besonders wichtig sein sollte: "Wer die Intuition ernst nimmt, muss sie den Esoterikern – den Gefühlsmenschen – entreißen und zugleich den Mechanisten entgegentreten, die sich gegen die Wissensgesellschaft formieren."

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 04.11.2016

 

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