Schwellenländer müssen Investitionsvolumen im Energiesektor verdoppeln

Bain & Company

Die schnell wachsenden Volkswirtschaften müssen ihre Energieinvestitionen in den kommenden 25 Jahren verdoppeln, um die Energieversorgung zu gewährleisten. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Bain & Company und dem Weltwirtschaftsforum (WEF).

Laut Berechnungen der Studienautoren wird das erforderliche jährliche Investitionsvolumen in den Schwellenländern außerhalb der OECD auf das Doppelte der Investitionen in den OECD-Staaten ansteigen. Zudem wandelt sich der Wettbewerb um den Import fossiler Energieträger zu einem globalen Kampf um Kapitalgeber für Investitionen in effiziente und erneuerbare Energien. Bain legt auf dem WEF in Davos einen Acht-Punkte-Plan vor, wie Schwellenländer Investoren für den Energiesektor finden.

Das dynamische Wirtschaftswachstum lässt den Energiebedarf der Nicht-OECD-Staaten in die Höhe schnellen – sowohl in der Industrie als auch im Handel und Dienstleistungsbereich sowie bei den Verbrauchern. Denn mit dem wirtschaftlichen Aufstieg dieser Volkswirtschaften nimmt auch der Wohlstand zu – und mit ihm der Stromverbrauch der Privathaushalte. Der Studie zufolge werden sich die Energieinvestitionen bis 2040 verdoppeln müssen, um dem wachsenden Energiehunger gerecht zu werden. Statt bisher etwa 240 Milliarden US-Dollar jährlich werden Nicht-OECD-Staaten dann pro Jahr 495 Milliarden US-Dollar für den Ausbau und die Effizienzsteigerung konventioneller Energieträger, erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur aufwenden. Damit wird der Investitionsbedarf 2040 in diesen Ländern doppelt so hoch sein wie in den OECD-Staaten.

Wirtschaftlicher Aufschwung hängt am Energiesektor

Gleichzeitig verändert sich das Umfeld grundlegend. Was einst ein Wettlauf um Rohstoffe war, ist nun ein globaler Kampf um Kapital geworden, so Bain & Company. Schwellenländer und Industriestaaten konkurrieren um Geldgeber, die den Ausbau ihrer Energieversorgung und die Entwicklung erneuerbarer Energien finanzieren. Für die Schwellenländer wird davon ihr weiterer wirtschaftlicher Aufstieg abhängen. Engpässe bei der Energieversorgung könnten das Wachstum beeinträchtigen. 

Schwellenländer setzen auf regenerative Energien

Haupttreiber von Investitionen und Innovationen bei der Energieerzeugung werden nicht mehr die reichsten Industriestaaten der Welt sein, so die Studie. Vielmehr sorgen in den kommenden Jahrzehnten vor allem die Schwellenländer für globale Zuwächse bei der Stromerzeugung – und setzen dabei stark auf regenerative Energien. Laut Studie ist bis 2040 mit einem Plus der regenerativen Energien von 1,7 Terawatt (außer Wasserkraft) zu rechnen, was 34 Prozent mehr sind als in den OECD-Staaten. Die Beschlüsse der jüngsten Weltklimakonferenz in Paris geben die Richtung vor.

Allerdings sind laut Bain & Company die Bedingungen für private Kapitalgeber in vielen Schwellenländern schwierig: Unsichere Renditeaussichten sowie undurchsichtige gesetzliche Vorschriften und bürokratische Hürden schrecken private Investoren ab. Daher müssten diese Staaten dringend bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Zur Studie:
"The Future of Electricity in Fast-Growing Economies: Attracting Investment to Provide Affordable, Accessible and Sustainable Power” lautet der komplette Titel des aktuellen Energiereports.
Es ist der zweite Bericht zur Zukunft der Energieversorgung, den das Weltwirtschaftsforum und Bain gemeinsam vorlegen. Im vergangenen Jahr stand die Entwicklung in den Industriestaaten im Mittelpunkt.

mr

Veröffentlicht am: 20.01.2016

 

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