Stress mit Folgen: Jeder zweite Manager befürchtet den Burnout

Frankfurt - Mehr als jeder zweite Manager sorgt sich, im Laufe seiner Karriere einen Burnout zu erleiden. Die hohe Zahl zeigt, dass die Führungskräfte unter immenser Anspannung stehen und befürchten, dass ihnen diese Belastung auf Dauer ernsthaft schadet. Dieses Ergebnis der Studie "Deutschland, Deine Manager" der Baumann Unternehmensberatung ist ein deutliches Warnsignal.

Zu den Gründen zählen laut Studie zunehmend komplexe Herausforderungen kombiniert mit hoher Geschwindigkeit, Unsicherheit und starkem Erfolgsdruck von oben. Zudem hätten viele Manager noch keine geeigneten Strategien gefunden, um den gestiegenen Stress zu bewältigen. So war laut der Befragung fast jede fünfte Führungskraft tatsächlich schon einmal ausgebrannt. Frauen sind mit 23 Prozent fast doppelt so häufig betroffen wie Männer (12 Prozent).

Das Ergebnis bestätigt die Erhebungen der Krankenkassen, die eine erhebliche Zunahme psychischer Erkrankungen unter den Berufstätigen belegen. Darüber hinaus zeigt es, dass den Managern die Gefahr der totalen Erschöpfung sehr wohl bewusst ist. Dass sie nur schwer gegensteuern können, liegt auch an der zeitlichen Arbeitsbelastung: Über 80 Prozent der Führungskräfte arbeiten laut der Umfrage täglich mehr als acht Stunden. 65 Prozent geben an, acht bis zehn Stunden im Büro zu verbringen. Für private Aktivitäten hingegen hat ein Viertel der Manager maximal fünf Stunden wöchentlich zur Verfügung. Insbesondere die weiblichen Befragten haben dafür wenig Raum: 46 Prozent der Managerinnen nutzen nur fünf bis zehn Stunden pro Woche für Sport, Entspannung und andere private Unternehmungen.

Laut der Befragung verbringen die Führungskräfte als Ausgleich zu ihrem Beruf vor allem Zeit mit der Familie (75 Prozent), mit Fernsehen (62 Prozent) sowie mit Sport und Freunden (jeweils 60 Prozent). 30 Prozent widmen sich auch der Kultur. Wer sich selbst permanent überfordert fühlt, keine Ruhe mehr findet oder unter Schlafstörungen leidet, sollte ganz konsequent die Arbeitszeit reduzieren oder aber auch die Möglichkeit eines Sabbaticals prüfen. Ratsam sei zudem, sich Unterstützung von einem Coach oder Therapeuten zu holen. Oftmals ließe sich mit professioneller Hilfe zum Beispiel das eigene Delegierverhalten oder die mentale Stressverarbeitung verbessern.

Zur Studie: An der Befragung zur Studie "Deutschland, Deine Manager" haben 300 Führungskräfte quer durch alle Branchen teilgenommen. Befragt wurden Männer und Frauen zu gleichen Teilen.

mr

Veröffentlicht am: 21.01.2015

 

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