Stressreduktion im Unternehmensalltag

Gesundheit

Stress spielt im heutigen Arbeitsalltag eine große Rolle. Mit einer immer schneller werdenden Welt steigt der Druck auf Unternehmen und Mitarbeiter, die Aufgaben möglichst zügig und fehlerfrei zu erledigen. Wie kann also der Stress bei den Vorgesetzten und Mitarbeitern in einem Unternehmen durch sinnvolle Maßnahmen reduziert werden?

Übermäßiger Stress kann sowohl für den Mitarbeiter als auch für das Unternehmen vielfältige negative Auswirkungen haben. (Bild: NDABCREATIVITY stock.adobe.com)
Übermäßiger Stress kann sowohl für den Mitarbeiter als auch für das Unternehmen vielfältige negative Auswirkungen haben. (Bild: NDABCREATIVITY - stock.adobe.com)

Warum ist Stressreduktion wichtig?

Stressreduktion ist zum einen wichtig, um den Erfolg des Unternehmens aufbauen und erhalten zu können. Bei übermäßigem Stress ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Fehler passieren. Zudem können Konflikte entstehen sowie Abläufe schlechter oder gar nicht funktionieren. Für eine Firma sind solche Entwicklungen alles andere als positiv und können kurzfristige oder je nach Auftrag langfristige negative Konsequenzen nach sich ziehen. Des Weiteren kann der Stress eine Reihe von gesundheitlichen Folgen für Vorgesetzte sowie Mitarbeiter haben. Der bekannte Extremfall ist das Burn-out, welches dafür sorgt, dass die entsprechende Person über einen kürzeren oder längeren Zeitraum nicht mehr arbeitsfähig ist. Eine weitere mögliche Konsequenz ist schlechterer und kürzerer Schlaf. Dies kann zu regelrechten Schlafstörungen führen. Zu wenig Schlaf kann ebenfalls negative Folgen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit haben. Zudem hat der Stress möglicherweise Auswirkungen auf Magen und Darm. Ein bekanntes Symptom ist unter anderem das Sodbrennen. Magengeschwüre können ebenfalls das Resultat von zu viel Stress sein. Des Weiteren kann Stress laut Forschern dauerhafte kognitive Konsequenzen in Form von Auswirkungen auf die Denkleistung im Alter haben. Ganz unabhängig von der Bedeutung der Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag sollten Arbeitnehmer ein Interesse daran haben, solche Umstände zu vermeiden. Gleiches gilt für den Arbeitgeber bezüglich seiner Angestellten. Daher ist es wichtig, in der Firma verschiedene Maßnahmen zur Stressreduktion umzusetzen, die die Mitarbeiter dabei unterstützen, das Risiko von Erkrankungen durch Stress zu verringern. Zudem sollten Arbeitnehmer selbst ein bewusstes Auge darauf haben.

Gründe und Anzeichen für Stress

Um Stress reduzieren zu können, ist es zunächst wichtig, ihn zu erkennen sowie die ausschlaggebenden Anlässe zu identifizieren.

Gründe
Die Gründe können sowohl privater als auch beruflicher Natur sein. Im Job spielen vor allem Faktoren wie lange Arbeitszeiten und eine dauerhafte Leistungsanforderung mit der Konsequenz einer Angespanntheit eine Rolle. Zeitdruck hat ebenfalls eine hohe Bedeutung für die Entwicklung von Stress. Gleichzeitig können weitere Faktoren wie Spannungen mit anderen Kollegen oder ein fehlendes positives Arbeitsklima Stress bedingen.

Anzeichen
Die Anzeichen sind gleichermaßen relevant für die Stressreduktion. Unter anderem kann er sich äußern in:

  • Gedächtnisproblemen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • nervösem Verhalten und Unruhe
  • Aggressivität und Reizbarkeit

Diese Symptome müssen zwar jeweils nicht unbedingt durch Stress entstehen, können aber deutliche Anzeichen sein. Daher sollten Arbeitnehmer sowie Vorgesetzte zunächst bei sich selbst darauf achten, ob in Phasen mit Arbeitsspitzen solche Erscheinungen auftreten. Gleichzeitig kann der Blick darauf, ob Kollegen entsprechende Anzeichen zeigen, ein wichtiger Faktor sein. Dies gilt gleichermaßen und im Besonderen für Personalverantwortliche. Dadurch können das Problem sowie mögliche Gegenmaßnahmen besprochen werden.

Unter anderem können Reizbarkeit und Aggressivität durch Stress ausgelöst werden. (Bild: deagreez - stock.adobe.com)
Unter anderem können Reizbarkeit und Aggressivität durch Stress ausgelöst werden. (Bild: deagreez - stock.adobe.com)

Sinnvolle Planung des Alltags

Ein wichtiger Faktor, um den Stress in der Firma grundlegend zu reduzieren, ist eine passende und durchdachte Planung des Alltages. Hierbei haben die Faktoren Zeit und Leistungsfähigkeit eine entscheidende Bedeutung.

Der Faktor Zeit
Zunächst kann eine passende Zeitplanung bei der Stressreduktion eine große Hilfe sein. Sie sorgt dafür, dass Zeitdruck und die daraus resultierenden Elemente des Stresses vermieden oder vermindert werden. Hierbei hat das Zeitmanagement eine entscheidende Bedeutung. Zur Umsetzung gibt es eine Reihe von Ansätzen. Dazu gehört unter anderem, dass Termine so gelegt werden, dass kein Zeitdruck entsteht. Zudem können einzelnen Aufgaben bestimmte Zeiträume zugewiesen werden, in denen sie schaffbar sind. Schlussendlich ist es unabdingbar, dass die Zeitplanung allgemein realistisch umsetzbar und nicht zu ambitioniert angesetzt ist. Auf Basis dieser Aspekte können Mitarbeiter sowie Vorgesetzte ein individuelles Zeitmanagement entwickeln, das den potenziellen Stress reduziert.

Der Faktor Leistungsfähigkeit
Gleichzeitig sollte bei der Planung berücksichtigt werden, wie anspruchsvoll die einzelnen Aufgaben sind. Natürlich ist dies nicht immer möglich, beispielsweise wenn es für mehrere komplizierte Projekte Deadlines gibt, die eingehalten werden müssen. Falls sich die Option ohne Nachteile für die Firma bietet, sollten jedoch nicht zu viele anspruchsvolle Aufgaben direkt hintereinander getaktet werden. Dies gilt für die Mitarbeiter selbst, wie auch für die Arbeitsaufteilung durch die Vorgesetzten. So kann Stress durch Überanstrengung vermieden werden - was jedoch keineswegs heißen soll, es im Arbeitsalltag der Firma keine Herausforderungen oder hohe Ansprüche geben darf. Zudem besteht die Chance, dass die Aufgaben ohne Überlastung besser und zielführender erledigt werden, woraus das Unternehmen wiederum einige Vorteile hat.

Das Problem Stress thematisieren

Ein weiterer wichtiger Faktor, um den Stress der Mitarbeiter in einem Unternehmen zu reduzieren, ist das offene Thematisieren des Problems. Hierfür gibt es mehrere Wege und relevante Situationen:

  • Sitzung mit allen Mitarbeitern
  • Einzelgespräche
  • Seminare und Workshops

Dies kann zum einen intern stattfinden. Durch die Verdeutlichung des Bewusstseins für den Faktor in der Führungsetage werden die Mitarbeiter womöglich offener, den eigenen Stress in extremen Situationen zu kommunizieren. Auf diese Weise können in einem solchen Fall durch die gemeinsame Erstellung einer Lösungsstrategie negative Konsequenzen für den Angestellten und den Output der Firma vermieden werden. Hierfür ist gleichermaßen relevant, das Thema in der individuellen Einzelkommunikation mit den Mitarbeitern ebenfalls anzusprechen und dahingehende Äußerungen ernst zu nehmen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit einem externen Coach, der ein Experte im Bereich Stress ist, ein Seminar oder einen Workshop für die Belegschaft anzubieten. In diesem Rahmen können die Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert werden und verschiedene Strategien zur Reduktion lernen.

Seminare mit Experten zum Thema Stress können das Bewusstsein der Mitarbeiter schärfen und gleichzeitig Wege zur Reduktion aufzeigen. (Bild: Mediteraneo - stock.adobe.com)
Seminare mit Experten zum Thema Stress können das Bewusstsein der Mitarbeiter schärfen und gleichzeitig Wege zur Reduktion aufzeigen. (Bild: Mediteraneo - stock.adobe.com)

Gemeinsam einen Ausgleich schaffen

Des Weiteren haben Unternehmen die Möglichkeit, gemeinsam mit der gesamten Belegschaft auf verschiedene Weisen mehr oder weniger regelmäßig einen Ausgleich für den Alltagsstress zu schaffen. Zu diesen Optionen können gehören:

Womöglich kann vielleicht einmal oder zweimal in der Woche nach Feierabend mit einer interessierten Gruppe gemeinsam Sport ausgeübt werden. Regelmäßige Bewegung erhöht die Stressresistenz. Des Weiteren kann der Schlaf verbessert werden. Entspannungsübungen könnten ebenfalls regelmäßig stattfinden, um gemeinsam mit den Kollegen ein wenig abzuschalten. Zusätzlich können lockere Runden und gemeinsame Firmenessen ein sinnvolles Kontrastprogramm zum stressigen Arbeitsalltag schaffen.

Umfeld und Abläufe im Unternehmen stressfrei gestalten

Letzteres kann gleichzeitig eine Hilfe dabei sein, eine gute Arbeitsatmosphäre und ein angenehmes Betriebsklima zu schaffen. Durch das Zusammenkommen außerhalb des Arbeitstages können sich Kontakte intensivieren, das Risiko, dass zwischen Mitarbeitern Konflikte entstehen, die Stress auslösen, sinkt womöglich. Unabhängig von solchen Zusammenkünften sollten Personalverantwortliche ebenfalls darauf achten, zur Stressreduktion sämtliche Möglichkeiten zu nutzen, um ein gutes Betriebsklima zu schaffen. Das Betriebsklima ist vielen Arbeitnehmern übrigens wichtiger als beispielsweise ein gutes Gehalt. Neben der allgemeinen Herstellung eines guten Betriebsklimas kann darauf geachtet werden, dass die Abläufe in der Firma so geplant werden, dass sie möglichst wenig Stress erzeugen. Dafür kann es unter anderem hilfreich sein, Teams für Projekte so zusammenzustellen, dass sie sowohl aus einer professionellen Sicht als auch bezüglich der Sympathie gut zusammenpassen. Auf diese Weise lassen sich inhaltliche Spannungen vermeiden. Zusätzlich kann versucht werden, bei der Planung der Abläufe alle anderen Faktoren, die Stress erzeugen könnten, ebenfalls so gut wie möglich auszuklammern. Hierfür können beispielsweise ein frühzeitiges Ankündigen von Deadlines sowie eine offene und transparente Kommunikation eine Hilfe sein.

Fazit

Die Konsequenzen des Stresses machen deutlich, wie wichtig es für Unternehmen ist, Maßnahmen zu einer Reduktion zu ergreifen. Hierfür bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Unternehmer und Personalverantwortliche können individuell überlegen, welche der Aspekte in ihrer Firma besonders relevant sind und sich auf diese konzentrieren.

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