Studie "Reboost": Die Revolution der Antriebssysteme rollt

Studie von McKinsey & Company

Es ist eines der Top-Themen in Business-Gesprächen: Was passiert mit der Zulieferindustrie, wenn sich der Automobilmarkt in Richtung E-Antrieb verändert? Nur eins ist bislang klar: Weltweit strengere CO2-Grenzwerte und eine steigende Nachfrage nach Elektroautos werden den Markt für die Hersteller von Antriebssträngen bis 2025 fundamental verändern. McKinsey hat sich das Thema einmal genauer angeschaut.

Was bringt uns die Zukunft? Das E-Auto auf jeden Fall - aber mit welchen Folgen? (Bild: Pixaline - Pixabay.com)
Was bringt uns die Zukunft? Das E-Auto auf jeden Fall - aber mit welchen Folgen? (Bild: Pixaline - Pixabay.com) 

Die Nachfrage nach Komponenten für Verbrennungsmotoren wird bis 2025 zurückgehen: um jährlich rund fünf Prozent für Benziner und um rund sieben Prozent für Dieselmotoren. Große Gewinner sind alternative Antriebe: Die Nachfrage nach Komponenten für so genannte Mild-Hybride (Start-Stopp-Automatik, Bremskraftrückgewinnung und elektrische Unterstützung des Verbrennungsmotors) wächst um 78 Prozent pro Jahr. Auch die Segmente für die Ausrüstung von Hybridfahrzeugen (für kurzes rein elektrisches Fahren, plus 14 Prozent), für Plugin-Hybride (Laden der Batterie am Stromnetz möglich, plus 30 Prozent) und Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor (batterieelektrisch oder Brennstoffzelle, plus 26 Prozent) legen kräftig zu. Die gute Nachricht für die Zulieferer von Antriebskomponenten: Insgesamt wächst der Markt für diese Produkte stärker als der Automarkt: von 316 Mrd. US-Dollar 2018 um 4,7 Prozent jährlich auf 435 Mrd. Dollar 2025. Dies sind Ergebnisse der neuen Studie "Reboost" von McKinsey & Company

Größere Vielfalt bei Antriebsarten 

"In den kommenden Jahren werden wir eine Revolution bei den Antriebssystemen sehen", sagt Andreas Cornet, Seniorpartner im Münchener Büro von McKinsey und Autor der Studie. "Nach 100 Jahren mit nur zwei Antriebssträngen - Benzin und Diesel - werden wir im nächsten Jahrzehnt eine viel größere Vielfalt erleben: von elektrisch unterstützten Verbrennungsmotoren bis hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen und Wasserstoffautos." Dabei habe jede Technologie ihre Vor- und Nachteile: Während E-Autos mit Batterie oder Brennstoffzelle eine bessere Klimabilanz aufweisen, sind diese noch deutlich teurer als Verbrenner, brauchen länger zum "Betanken" und benötigen eine neue Infrastruktur. "Auch deshalb gilt: Es gibt nicht die eine Antriebstechnologie, die für jeden Fahrzeugtyp und jede Region das Allheilmittel sein wird", sagt Cornet. Deshalb wird es auch für den klassischen Verbrennungsmotor noch jahrelang attraktive Komponentenmärkte geben, um mit der weiteren Regulierung und der notwendigen Effizienzsteigerung Schritt zu halten. Ein Beispiel sind Produkte für die Abgasnachbehandlung, die Turboaufladung oder 48-Volt-Bordnetze. 

China 2030:  Mehr E als Verbrenner

Ein weiteres Studienergebnis: Die drei großen Fahrzeugmärkte China, USA und Europa werden sich bei der Elektrifizierung deutlich unterscheiden. In einem aggressiven Szenario mit zunehmender Regulierung auch auf Städteebene, mit einem massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur und höherer Kundenakzeptanz könnten im Jahr 2030 in China bereits 57 Prozent aller Neufahrzeuge mit einem E-Antrieb ausgestattet sein. In Europa läge der Anteil mit 51 Prozent leicht darunter, die USA folgte mit 42 Prozent.

Alte Gewissheiten gelten nicht mehr

"Die Automobilzulieferer haben sich auf diese veränderten Vorzeichen eingestellt", unterstreicht Andreas Venus, Mitautor der Studie und Partner im Berliner Büro von McKinsey. "Alte Gewissheiten gelten nicht mehr - und doch können viele Zulieferer in Deutschland auf ein stabiles Fundament bauen." Als Pluspunkte gelten die starken Kundenbeziehungen, die hohe technologische Kompetenz, die sehr gut ausgebildeten Mitarbeiter und die hohe Kooperationsbereitschaft. Venus: "Auch Zulieferer mit großem Elektronik-Knowhow und der Kompetenz, ganze Systeme zu produzieren, sind im Vorteil." 

Veröffentlicht am: 14.11.2019

 

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