Studie: Unternehmen unterschätzen Auswirkungen des demografischen Wandels

© Aaron Kohr - Thinkstock
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Frankfurt am Main - 90 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten starke Auswirkungen des demografischen Wandels erst in sieben bis zehn Jahren. Nur 69 Prozent haben heute schon im Blick, wie sich die alternde Gesellschaft auf ihre Zielgruppen und deren Bedürfnisse auswirkt. Dabei trifft der demografische Wandel die Wirtschaft in Deutschland bereits heute spürbar. Vor allem der Mangel an qualifizierten Fachkräften spitzt sich immer weiter zu. 80 Prozent der Unternehmen sehen deshalb zunächst nur Handlungsbedarf im Bereich Personal. Das verbleibende Fünftel der Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher jedoch noch keinerlei Maßnahmen ergriffen, um sich auf die Alterung unserer Gesellschaft einzustellen. Dies sind die Ergebnisse einer Studie von PwC.

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Ansatzpunkte für eine Lösung der Personalsorgen sehen 75 Prozent der Unternehmen in flexiblen Arbeitszeiten sowie in Beschäftigungsmodellen, die den Bedürfnissen von Familien entgegenkommen. Dagegen ziehen nur 28 Prozent der befragten Unternehmen in Betracht, gezielt Mitarbeiter einzustellen, die älter als 50 Jahre sind. Große Unternehmen haben bei der Entwicklung innovativer Arbeitszeitmodelle zwar die Nase vorn, doch selbst bei ihnen fehlen klare Konzepte. Kleine bis mittlere Unternehmen haben in diesem Punkt allerdings deutlichen Nachholbedarf.

Alle Geschäftsmodelle gehören auf den Prüfstand, so PwC. Denn der Bevölkerungsrückgang wird nicht nur die Hersteller von Babynahrung betreffen, sondern beispielsweise auch Energieversorger, den Einzelhandel oder Automobilhersteller. Der Kreis potentieller Kunden wird kleiner und die Kunden immer älter. Die Altersspanne der sogenannten werberelevanten Zielgruppe hat sich bereits nach hinten verschoben: Lange standen die 14- bis 49-Jährigen im Fokus, heute gelten die 20- bis 59-Jährigen als maßgebend.

Klare Konzepte, wie Unternehmen den demografischen Wandel als Chance nutzen können, gibt es in der deutschen Wirtschaft kaum. Der Ruf nach Hilfe aus der Politik ist deshalb umso lauter. Von der Unterstützung für pflegende Berufstätige (76 Prozent) und berufstätige Eltern (74 Prozent), über die Förderung einer betrieblichen Altersvorsorge (62 Prozent) bis zu Impulsen für flexiblere Arbeitszeitmodelle (61 Prozent) reicht der Forderungskatalog.

Zur Studie: Im Herbst 2014 wurden mehr als 200 Manager von Unternehmen jeder Größe und aus verschiedenen Branchen der deutschen Wirtschaft zu den Herausforderungen des demografischen Wandels befragt.

mr

Veröffentlicht am: 14.01.2015

 

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