Telekommunikationsbranche: Restrukturierung nötig

Der Datenverkehr wächst rasant, jedoch profitieren die Unternehmen der Telekommunikationsbranche kaum von der digitalen Revolution. Um wieder profitabel zu werden, so das Beratungsunternehmen AlixPartners, sind Restrukturierungen nötig.

Für höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten im mobilen Netz und bei Breitbandanschlüssen müssten deutsche Netzanbieter mehr investieren. (Bild: merrvas - fotolia.com)
Für höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten im mobilen Netz und bei Breitbandanschlüssen müssten deutsche Netzanbieter mehr investieren. (Bild: merrvas - fotolia.com)

Durch die digitale Revolution steigt das Datenvolumen in den Netzen der Telekommunikationsunternehmen. Das wirkt sich jedoch nicht positiv auf deren Umsätze aus, die nach Angaben des Beratungsunternehmens AlixPartners in den Jahren zwischen 2011 und 2015 europaweit um zwei Prozent gesunken sind. Darüber hinaus sind die Netze vieler Betreiber trotz Auf- und Nachrüstungen nicht schnell genug, um mit dem Wachstum des Volumens Schritt halten zu können.

Deutsche Netzbetreiber müssen aufrüsten

Deutsche Netzbetreiber sind etwa im Vergleich zu anderen Ländern in Europa im Hintertreffen was die durchschnittliche Breitband-Geschwindigkeiten angeht. Mit einer Datenrate von 13,7 Megabit pro Sekunde (Mb/s) schafft Deutschland nicht einmal den europäischen Durchschnittswert. In Norwegen liegt der Wert bei 20 Mb/s. Im mobilen Netz sieht es nicht viel besser aus: Pro Sim-Karte und Monat wird ein Datenvolumen von 0,6 GB bezogen, durchschnittlich sind es 1,9 GB.

Negative Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die langsamen Netze können negative Folgen für die Wirtschaft haben. Einer Einschätzung der Weltbank nach sorgen Breitbandanschlüsse für mehr Effizienz bei der Automatisierung, mehr Zusammenarbeit, stärkere Wettbewerbsfähigkeit, Flexibilität und weniger Arbeitsmarktbarrieren. Und die Weltbank stellte folgende Berechnung in diesem Zusammenhang an: Entwickelte Industrienationen können ein zusätzliches Wachstum von 1,19 Prozent generieren, wenn die Zahl der Breitbandanschlüsse um zehn Prozent steigt.

Zögerliche Investitionen in Ausbau

Die sinkenden Umsätze in der Telekommunikationsbranche sorgen nach Einschätzung von AlixPartners dafür, dass Investoren eher zurückhaltend sind, den Ausbau der Netze zu finanzieren. Die Lösung, so das Beratungsunternehmen weiter, könne nur eine Restrukturierung des Kerngeschäfts bieten, um von innen heraus wieder profitabel zu werden. Als geeignete Maßnahmen empfiehlt die Beratung eine Kostensenkung durch die Vereinfachung von Produktportfolios. Darüber hinaus müssen die Telekommunikationsunternehmen das Kundenerlebnis verbessern, interne eigene Prozesse durch digitale Prozesse automatisieren und in effiziente Systeme investieren. Das Optimierungspotenzial der Netzbetreiber beziffert ein Sprecher von AlixPartners auf 30 bis 60 Prozent – je nach Netzbetreiber.

 io

Veröffentlicht am: 22.02.2017

 

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