Top-Themen der Wirtschafts-Elite

A. T. Kearney Studie

Das Hauptaugenmerk des weltweiten Top-Managements in der Wirtschaft liegt auf politischen und technologischen Risiken. Große Einigkeit besteht darüber, dass unsichere Zeiten bevorstehen. Ein Rückgang des weltweiten Handels wird erwartet, so eine Studie.


Zum zweiten Mal befragte A. T. Kearney 400 Führungskräfte global führender Konzerne zu ihren Einschätzungen aktueller politischer, technologischer und makroökonomischer Entwicklungen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Mehrheit der Manager der sogenannten C-Ebene mit steigender Volatilität in Wirtschaft und Finanzen, mit zunehmenden Cyberattacken, einem Rückgang des weltweiten Handels und positiven Effekten durch technologische Entwicklungen rechnen.

Politische Risiken

Waren im Vorjahr die Meinungen darüber noch geteilt, besteht in diesem Jahr Einigkeit darüber, dass unsichere Zeiten bevorstehen. Regierungsverhalten und geopolitische Spannungen beobachten die Befragten aufmerksam, um sie in strategischen Überlegungen berücksichtigen zu können. Wie schon im Vorjahr nehmen die Führungskräfte regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen als große Herausforderung wahr. So glauben drei Viertel, dass populistische und protektionistische Tendenzen weiter wachsen, worunter der transnationale Handel leiden werde.

Gleichzeitig gehen aber auch 67 Prozent der Befragten davon aus, dass die Politik Trumps positive Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben wird. Mit einer Entspannung zwischen den USA, Russland und China in Folge von Trump rechnen zwei Drittel (66 Prozent). Mit Blick auf Europa sind die Erwartungen skeptischer: 79 Prozent sehen stärkere wirtschaftliche, soziale und politische Belastungen auf die EU zukommen.

“Für uns Europäer sind diese Zahlen ein weiterer Weckruf, dass wir in Europa unser Schicksal stärker selbst in die Hand nehmen müssen“, kommentiert Dr. Martin Eisenhut, Zentraleuropa-Chef von A.T. Kearney die Studienergebnisse.

Technologie: zweischneidiges Schwert

Die größte Sorge der C-Führungsebene sind Cyberattacken. 85 Prozent rechnen mit mehr Angriffen. Außerdem gehen sie in diesem Kontext davon aus, dass die Sicherheit sinken und die Kosten steigen werden. Neben den Gefahren sehen die Befragten aber auch Chancen. So erhoffen sich aufgrund technologischer Entwicklungen 78 Prozent positive Effekte auf die Produktivität.

“Agilität wird nicht nur auf operativer Ebene, sondern auch auf Führungsebene immer wichtiger“, bilanziert Eisenhut. “Wir sehen, dass sich das Top-Management weltweit auf technologisch herausfordernde und politisch unsichere Zeiten einstellt. Folgerichtig kommen Instrumente der strategischen Zukunftsforschung zum Einsatz und werden adaptive Geschäftsmodelle entwickelt.“ So geben beinahe alle Befragten an, dass sie für ihre Business-Strategie Tools nutzen, um belastbare Zukunftsszenarien zu entwerfen und antizipieren zu können.

Für die Studie “2017. Views from the C-Suite“ befragte A. T. Kearney zum zweiten Mal 400 Führungskräfte von global führenden Konzernen zu ihrer Einschätzung aktueller politischer, technologischer und makroökonomischer Entwicklungen.

jvdm

Veröffentlicht am: 01.08.2017

 

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