Transformation der Automobilindustrie: Vier Schlüsseltrends

Oliver Wyman Report

Der "Automotive Manager 2017" identifiziert vier Schlüsseltrends der Automobilindustrie. Um dem disruptiven Wandel der Branche Herr zu werden, müssen sich die Hersteller auch gegen die Konkurrenz aus der High-Tech-Branche wappnen, so der Branchenreport von Oliver Wyman.

Damit die Automobilindustrie der Zukunft lächelnd entgegen sehen kann, darf sie die Schlüsseltrends der Branche nicht unberücksichtigt lassen, so die Einschätzung eines aktuellen Branchenreports von Oliver Wyman. Denn High-Tech-Unternehmen haben die Fahrzeughersteller längst im Visier und zielen mit ihrem Know-how auf hinkende Autokonzerne.

Besonders deutsche Hersteller müssen auf der Hut sein, wollen sie ihren Vorsprung nicht einbüßen. Die etablierten Hersteller geraten auf vielen Ebenen unter Druck: sei es durch Innovationen, regulatorische Maßnahmen oder neue Markt-Aspiranten.

Folgende vier Schlüsseltrends werden dem Report zufolge eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob die etablierten Hersteller mit der teils jungen Konkurrenz Schritt halten werden:

  • Fahrerassistenzsysteme werden für den Kunden immer selbstverständlicher. Für den Hersteller bedeuten sie aber stetig zunehmende Herausforderungen – denn je leistungsfähiger die Assistenzsysteme, desto höher ihre Komplexität. So arbeiten allein bei einem Einparksystem mehr als ein Dutzend Ultraschallsensoren. Im Jahr 2030, so der Report, werden mindestens die Hälfte aller Autos mit fortschrittlichen Assistenzsystemen ausgestattet sein.
  • E-Mobilität wird etwa in Norwegen und China durch starke staatliche Anreizsysteme deutlich nachdrücklicher voran getrieben als in Deutschland. Hierzulande wird Rücksicht auf die traditionelle Schlüsselindustrie genommen. Das aktuell noch von Verbrennungsmotoren beherrschte Marktumfeld stellt Hersteller vor die Aufgabe hier, ebenso wie im Zukunftsmarkt der E-Mobilität, Schritt zu halten. Diese zweigleisige Positionierung sei kostenintensiv und könne auch die größten Hersteller überfordern, weshalb Kooperationen von Marktteilnehmern wahrscheinlich erschienen, so der Automobilexperte August Joas von Oliver Wyman.
  • Big Data kann für die Automobilunternehmen zu einer zusätzlichen Einnahmequelle von 500 bis 1.000 Euro pro Auto werden. Die Erfassung, Analyse und Übermittlung von während der Fahrt gewonnenen Daten birgt Umsatzpotenzial. Um dieses abrufen zu können, ist eine entsprechende Positionierung der Hersteller erforderlich. Denn auf Big Data spezialisierte Unternehmen warten darauf den etablierten Autokonzernen dieses Geschäft streitig zu machen.
  • Patentkampf: Automobilindustrie und High-Tech-Unternehmen kämpfen innerhalb ihrer jeweiligen Branche sowie untereinander um Patente. So wurden im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren zwischen 2012 und 2016 fast 1.200 Patente registriert. An der Spitze liegt Audi mit 223 Patenten; knapp dahinter folgt mit 221 Patenten die Alphabet-Tochter Google. So stehen sich unter anderem BMW (198 Patente), Daimler (159), General Motors (141) und VW (75) auf der einen Seite und Google, Apple, Facebook, Microsoft, Amazon und Uber auf der anderen Seite gegenüber. Die High-Tech-Branche machte mehr als ein Drittel der Patente zum autonomen Fahren geltend.

jvdm

Veröffentlicht am: 23.06.2017

 

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