TV-Krieg – wer gewinnt?

Deloitte Media Consumer Survey 2017

Viele sagen dem Fernsehen den baldigen Tod voraus, weil immer mehr Konsumenten ihre Serien und Filme auf Streaming-Plattformen schauen. Deloitte hat untersucht, ob die Fernsehmacher noch ruhig schlafen können.

Immer mehr TV-Quellen (Bild: Monikflores - pixabay.com)

Immer mehr TV-Quellen (Bild: Monikflores - pixabay.com)

 

Danach ist das lineare TV entgegen der Prognosen nach wie vor der erklärte Publikumsliebling – und zwar quer durch alle Altersgruppen hindurch. Der Anteil jener, die überwiegend Angebote des klassischen Fernsehens konsumieren, liegt je nach Nutzersegment zwischen 75 und fast 100 Prozent. Video-on-Demand (VoD) kann dagegen besonders bei jungen Menschen und Familien punkten. Hier liegt die Verbreitung von VoD-Angeboten zwischen 50 und fast 70 Prozent. Von der älteren Verbrauchergruppe kann sich nur ein knappes Fünftel für VoD erwärmen. Wie der zweite Teil des Deloitte Media Consumer Survey 2017 zeigt, wächst parallel zur demografischen Entwicklung vor allem die Gruppe der Haushalte mit älteren Menschen - entsprechend hoch ist die Herausforderung aus Sicht der Anbieter, hier weitere Wachstumspotenziale zu erschließen.

Die im Rahmen der Studie definierten Verbraucher- bzw. Haushaltstypen zeigen eine sehr unterschiedliche Dynamik: Bereits heute sind die älteren Paare und Single-Senioren in der Mehrheit. Doch auch die Zahl der Haushalte mit jungen, vorwiegend urban orientierten Menschen wächst. Hingegen sind die Familien auf dem Rückzug: Zwischen 2011 und 2016 nahm ihre Zahl um ein Prozent ab.

VoD-Wachstum unwahrscheinlich

Ein weiterhin starkes Wachstum im Bereich Video-on-Demand ist eher unwahrscheinlich: Nur 11 Prozent aller Befragten wollen in den kommenden Monaten ein VoD-Abonnement abschließen - immerhin 13 Prozent ein Pay-TV-Abo. Hier liegt das Interesse der älteren Paare und alleinstehenden Senioren wieder deutlich unter dem Schnitt bei 9 bzw. 7 Prozent. Altersübergreifend muss die Kaufabsicht aus der Perspektive der Anbieter generell enttäuschen: Die Zahlungsbereitschaft für Bewegtbildinhalte stößt inzwischen scheinbar an Grenzen.

Short-Form-Videos beliebt

Etwas anders stellt sich die Situation im Hinblick auf die sogenannten Short-Form-Videos dar, wie sie auf YouTube & Co. abgerufen werden können. Knappe 90 Prozent der Young Professionals und über drei Viertel der Familien, aber auch 41 Prozent der älteren Paare und sogar 51 Prozent der "Single Seniors" erfreuen sich an den kurzen Filmchen. Profit-Potenziale sind jedoch nur begrenzt vorhanden: Nur 15 Prozent würden insgesamt etwas für Short-Form-Inhalte bezahlen wollen - bei den Young Professionals sind es immerhin knappe 30 Prozent.

ts

 

 

Veröffentlicht am: 23.10.2017

 

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