Überalterung: Wirtschaftswachstum droht einzubrechen

Studie

Düsseldorf/Washington - Die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung wird langfristig zu einem dramatischen Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums führen. Ohne eine erhebliche Steigerung der Produktivität wird das Wachstum um rund 40 Prozent einbrechen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate, die in den letzten 50 Jahren bei 3,6 Prozent lag, fiele dann auf 2,1 Prozent. Für Deutschland bedeutet dies: Selbst bei gleichbleibenden Produktivitätszuwächsen würde sich das Wachstum langfristig von 2,2 Prozent auf 1,0 Prozent jährlich abschwächen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie von McKinsey & Company.

Die Weltwirtschaft erlebte in den vergangenen 50 Jahren ein beispielloses Wachstum, sagt McKinsey und führt als Hauptgründe eine Produktivitätssteigerungen von 1,8 Prozent pro Jahr und eine stetige Zunahme der Beschäftigung von jährlich 1,7 Prozent an. Durch die sinkenden Geburtenraten und die alternde Bevölkerung würde sich diese demografische Dividende aber auf 0,3 Prozent abschwächen. Die Auswirkungen werden dann zuerst in den Industrieländern, mittel- und langfristig aber auch in den heuten Schwellenländern zu spüren sein.

Um diesem negativen Trend nachhaltig entgegenzuwirken, müsste der Studie zufolge das weltweite Produktivitätswachstum auf durchschnittlich 3,3 Prozent pro Jahr steigen – und das sei möglich. Sogar eine Steigerung um vier Prozent könnte erreicht werden. In den Bereichen der Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und -verarbeitung, Automobil, Handel und Gesundheit könnten demnach drei Viertel dieses Wachstums allein dadurch erreicht werden, dass bestehende, erfolgreiche Praktiken konsequent angewandt werden. Als Beispiele werden unter anderem die Verringerung von Abfällen in der Lebensmittelverarbeitung oder die effizientere Verteilung von Aufgaben zwischen Ärzten, Pflegern und Hilfskräften im Gesundheitswesen genannt. Das übrige Viertel könnte durch technologische und managementbezogene Innovationen erreicht werden, so die Studie. Vielversprechende Ansätze seien hier insbesondere intelligentere Roboter, neue Werkstoffe und die gezielte Nutzung mobiler Daten in der Gesundheitsversorgung.

Voraussetzung für mehr Wachstum ist der Studie zufolge ein gesellschaftliches und politisches Umfeld, das Produktivität und Innovationen stärker fördert. Konkret nennt die Studie dafür unter anderem eine erhöhte Transparenz im Wettbewerb sowie einen stärkeren Fokus auf Innovation und mehr Mobilität.

Zur Studie: Für die Analyse untersuchte McKinsey die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung in den G20-Staaten sowie Nigeria als großer aufstrebender Volkswirtschaft Afrikas. Zusammen bilden diese Märkte 63 Prozent der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ab.

nwi

Veröffentlicht am: 19.01.2015

 

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