Und täglich grüßt die Disruption

Medienspiegel

Consultants erleben einen Boom. Kein Wunder, denn die Umbrüche unserer Zeit machen viele ratlos. Schade, dass mancherorts das Ende der Experten ausgerufen wird. Erfahren Sie mehr im Medienspiegel.

Disruption - auch in der Beraterbranche ein hoch relevantes Thema. (Bild: Thinkstock)
Disruption - auch in der Beraterbranche ein hoch relevantes Thema. (Bild: Thinkstock)


Von Tim Farin

Die Berater von McKinsey, BCG und Bain erzielen die größte Wirkung bei ihren Kunden. Das ist ein Ergebnis der Forschungsarbeit von Bianka Knoblach, die Dietmar Student vom manager magazin anlässlich der neuen Unternehmensberater-Studie der Zeitschrift interviewte. Knoblach erklärt, welche Faktoren wichtig sind, damit Berater bei ihren Klienten zum Erfolg kommen und dort auch Effekte bewirken können. Die Lage der Branche sieht sie insgesamt positiv. Doch: "Zum Feiern bleibt wenig Zeit. Denn auch für die Berater verändert sich momentan sehr viel. Die Disruption macht auch vor ihrer Branche nicht Halt."

Etwas weniger Disruption, bitte!

Womit wir bei einem der prägenden Worte der aktuellen Debatten aus Wirtschaft und Gesellschaft wären: Disruption. Der Mainzer Historiker Andreas Rödder ist von dieser Vokabel nicht angetan. "Bei jeder Gelegenheit Disruption zu rufen, zeugt vor allem von einer gewissen Ignoranz hinsichtlich historischer Entwicklungen", sagt er in einem Interview mit brand eins, das seit Kurzem auch online zu lesen ist. Der Geschichtswissenschaftler regt in dem Gespräch dazu an, tiefer und genauer über Transformationsprozesse nachzudenken. Beispielsweise darüber, dass im Zuge der Industrialisierung – und "Digitalisierung" – immer wieder ähnliche Prozesse auftreten.

Wer hat wie viel?

Eine gesellschaftliche Entwicklung, die für Wirtschaftswissenschaftler ebenso wie für Unternehmenslenker große Bedeutung hat, ist die Ungleichverteilung der Vermögen und Einkommen. Die Süddeutsche Zeitung widmet diesem Thema in ihrem Wirtschaftsteil eine ganze Serie und steigt mit der Aufforderung an die Leser ein, das Ausmaß der Ungleichheit einmal selbst abzuschätzen. Auf diese Weise führt die Redaktion dem Publikum vor Augen, welche Dimensionen das Thema in unserer Gesellschaft bereits angenommen hat.

30 Elemente für glückliche Kunden

Man kann das Rad nicht jeden Tag neu erfinden. Klingt abgedroschen, ist aber so – und auch gar nicht so schlimm. Im Harvard Business Manager ruft Bain-Partner Eric Almquist dazu auf, nicht auf revolutionäre Produkte zu zielen. Stattdessen gehe es um graduelle Entwicklungen, die bestehende Produkte und Services für Kunden sinnvoller machen. Almquist identifiziert "30 Dinge, auf die es Ihren Kunden wirklich ankommt" und regt dazu an, entlang der identifizierten Faktoren das bestehende Angebot im Sinne der Konsumenten zu verbessern. "Durch eine kluge Auswahl solcher neuer Elemente kann man bereits bestehende Produkte beleben und attraktiver machen und gleichzeitig die Kundenbindung erhöhen - und das ist mit wesentlich geringerem Risiko und niedrigeren Kosten verbunden als die Jagd nach bahnbrechenden Innovationen", schreibt er.

Visionen zur Wiesnzeit

Das Oktoberfest geht in die Schlussphase – doch nicht nur mit Bierzeltatmosphäre hat die bayerische Landeshauptstadt in diesen Tagen Schlagzeilen gemacht. Auch die Gründerkonferenz Bits and Pretzels brachte Inspiration, was nicht zuletzt am Gastspiel des Luft- und Raumfahrtunternehmers Richard Branson lag. Für Gründerszene war Alex Hofmann in München und lieferte eine Zusammenfassung des per Social Media gefeierten Gastspiels. "Branson hat viel zu erzählen, das muss man ihm lassen", schreibt Hofmann - und vermittelt mit seinem Stück einen Eindruck davon, warum so viele Manager und Startup-Gründer den Virgin-Chef bewundern.

Zurück zum Anfang

Bei all der Euphorie über Neustart und Wirtschaftswachstum werden aber auch Sie bestimmt diese Frage kennen: Kann das alles immer so weitergehen? Es sind ja nicht wenige Skeptiker, die an der Fähigkeit unserer Wirtschaft zur Nachhaltigkeit zweifeln. Einen optimistischeren Gegenentwurf bietet die Cradle-to-Cradle-Bewegung, die sich nun in Lübeck zu einem Kongress traf. Gernot Knödler berichtet in der taz über deren Ziele: "Die Idee besteht darin, die biologischen und technischen Komponenten eines Produkts jeweils in einen geschlossenen Kreislauf zu bringen." Was nach Details klingt, zielt auf das große Ganze – und ist wohl keine Science Fiction mehr. Immerhin hat die Firma Trigema schon T-Shirts im Angebot, die innerhalb eines halben Jahrs biologisch abgebaut werden.

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 30.09.2016

 

Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.

facebook twitter xing linkedin linkedin