Unternehmen sehen Digitalisierung hauptsächlich als Effizienzprogramm

Horváth & Partners

Entscheider in Deutschland sehen in der Digitalisierung in erster Linie ein riesiges internes Effizienzprogramm. 89 Prozent wollen mit digital unterstützten Abläufen beispielsweise den Aufwand für die Unternehmenssteuerung drastisch reduzieren.

Für 80 Prozent sind bessere Vorhersagen als Entscheidungsgrundlage ein wesentliches Ziel der Digitalisierung. Die Möglichkeiten durch die Einbeziehung von Big Data werden noch unterschätzt. Das zeigt die Studie "Digitalisierung – Der Realitäts-Check" von Horváth & Partners. Forsa hat für die Studie 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen zu den bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der digitalen Transformation befragt.

Optimale Entscheidungen mit minimalem Aufwand

Durch automatisierte Verfahren und mobile Anwendungen sollen sich Manager künftig ihre Reports und Kennzahlen individuell zusammenstellen. Ziel ist, mit minimalem Aufwand optimale Entscheidungen zu treffen. 80 Prozent der Entscheider sehen zudem große Chancen durch den Einsatz von Predictive Analytics: In der Steuerung von Unternehmen vollziehe sich gerade ein Paradigmenwechsel von reaktiv-analytisch zu proaktiv-prognostizierend, so Horváth & Partners. Die Steuerung werde darüber hinaus deutlich automatisierter: Algorithmen-gestützte Analysen ermöglichten heute regelbasierte "Hochfrequenzentscheidungen". Im Handel ließen sich so beispielsweise Preisanpassungen auf der Basis der Wahrscheinlichkeiten von Prognoseergebnissen automatisiert lenken.

Big Data wird noch unterschätzt

Die Einbeziehung von Big Data in die Steuerung ihres Unternehmens bzw. ihres Bereichs bewerten mit 62 Prozent vergleichsweise wenige Entscheider als Chance. Die Potenziale von Big Data würden von vielen noch verkannt. Aus Sicht von Horváth & Partners sind sie sehr groß. Allerdings eröffneten sie sich nur für diejenigen, die es verstehen, aus den riesigen, globalen Datenströmen echte Steuerungsinformationen zu ziehen. Deshalb reiche es nicht aus, wenn sich Unternehmen auf das Anstauen von Datenseen beschränken. Big Data sei nur der Rohstoff, der ohne die richtigen Modelle und Algorithmen mehr Speicherkosten als verwertbare Informationen erzeugten. Jede zusätzliche Variable erhöhe die Vorhersagekraft der Modelle. Unternehmen, die sich zusätzlich zu den nötigen Daten mit den passenden Analyseverfahren ausrüsteten, könnten ihre Produkte beispielsweise deutlich stärker differenzieren und ganz neue Marktsegmente profitabel erschließen. Erst damit werde Big Data zum vierten Produktionsfaktor, so Horváth & Partners.

Zur Studie:

Für die Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ wurden im Auftrag von Horváth & Partners rund 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen befragt. Das Marktforschungsinstitut Forsa führte im Zeitraum April bis Mai 2016 Telefoninterviews mit den Entscheidern durch. Die Teilnehmer der Studie stammen aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz ab 250 Millionen Euro. Es handelt sich um Unternehmen der Branchen Automotive, Chemicals, Consumer Goods, Financial Industries, Industrial Goods & High Tech, Oil, Pharmaceuticals, Retail, Telecom, Transportation.

ah

Veröffentlicht am: 17.11.2016

 

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