Unternehmen vor neuen Ansprüchen an Kommunikation und Zusammenarbeit

Managementkompass "Arbeitswelt der Zukunft"

Die Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche verändert nicht nur Märkte und Kundenerwartungen, sondern ebenso die Wertvorstellungen und die Mentalität – insbesondere der nachrückenden Arbeitnehmergeneration.


Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Tempo und Komplexität steigen permanent an. In der Folge sehen sich Unternehmen mit völlig neuartigen Herausforderungen konfrontiert, was laut einer Untersuchung von Sopra Steria Consulting vor allem den Anschluss an das aktuelle Technologieniveau sowie weitere Digitalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen betrifft. Darüber hinaus aber ist ein umfassendes Change Management essenziell, denn die technologische Transformation führt nur dann zu höherer Agilität im Wettbewerb, wenn sie von einem nachhaltigen Kulturwandel im Unternehmen begleitet wird.

Unternehmen sind sich der Herausforderungen bewusst

Dass die Arbeitswelt der Zukunft grundlegend neue Ansprüche an die Kommunikation und Zusammenarbeit stellt, ist den meisten Unternehmen in Deutschland bewusst: Wie aus einer Umfrage im Auftrag von Sopra Steria Consulting hervorgeht, sieht derzeit jeder vierte Entscheider eine vordringliche Aufgabe darin, das kommunikationstechnische Fundament in seinem Unternehmen auf den neuesten Stand zu bringen. 33 Prozent benannten Automatisierung und Digitalisierung als große Herausforderung für die kommenden drei Jahre. Weitere 32 Prozent gaben in diesem Kontext die Bewältigung der stetig steigenden Informationsmengen an.

Demografischer Wandel und veränderte Wertvorstellungen

Aber auch jenseits technologischer Anpassungen führt der demografische Wandel und die veränderten Wertvorstellungen der Digital-Native-Generation zu einem Umdenken in den Chefetagen vieler Unternehmen: So bieten beispielsweise 60 Prozent der befragten Firmen gleitende Arbeitszeiten an. Knapp die Hälfte favorisiert Arbeit in Teilzeit oder im Home-Office, um den Beschäftigten eine individuelle Work-Life-Balance zu ermöglichen. Dabei sind sich neun von zehn Studienteilnehmern darüber im Klaren, dass sie künftig noch deutlich flexiblere Arbeitszeitmodelle inklusive attraktiver Fitness- und Gesundheitsangebote einführen müssen. Denn nur so können sie im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte die besten Talente für sich gewinnen. Das allein aber wird schon aus demografischen Gründen nicht genügen. Deshalb haben bereits heute 48 Prozent der Befragten spezielle Trainingsprogramme für ihre älteren Mitarbeiter aufgesetzt, um auch diesen Teil der Belegschaft gezielt an die neuen digitalen Arbeitsweisen heranzuführen. Ebenso viele Unternehmen, wo dies bislang noch nicht der Fall ist, wollen ähnliche Programme zügig vorantreiben.

Transformation der Arbeitswelt als ständiger Lernprozess

Die Transformation der Arbeitswelt sei als Ganzes ein beständiger Lernprozess, bei dem niemand den Zielzustand von vornherein kennt, kommentiert Sopra Steria Consulting. Umso wichtiger sei es, sowohl die technologische Modernisierung als auch alle organisatorischen Veränderungen und Qualifikationsmaßnahmen unter dem Dach eines ganzheitlich verstandenen Change Managements zu bündeln. Neue Technologien ermöglichten vernetzte Teamkommunikation und dezentrale Arbeitsweisen – was bei Mitarbeitern ein deutlich höheres Maß an Selbstständigkeit voraussetze und von Führungskräften entsprechend mehr Vertrauen verlange. Die Kunst des Change Managements bestehe nun darin, zu jedem Zeitpunkt dafür zu sorgen, dass die persönliche Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters auch über unpersönliche technische Kommunikationskanäle kontinuierlich gestärkt und aufrechterhalten werde.

Zur Studie:
Im Frühjahr 2016 ließ Sopra Steria Consulting insgesamt 220 Geschäftsführer, Vorstände und Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zu ihrer Sichtweise und ihren Plänen in Bezug auf den Wandel der Arbeitswelt befragen. Die Erhebung fand per Online-Panel statt und bezog Unternehmen unterschiedlicher Branchen ein – darunter Finanzdienstleister, Energieversorger, Industrieunternehmen und Behörden. Explizit ausgeschlossen waren IT-Dienstleister und Beratungsunternehmen.

ah

Veröffentlicht am: 30.11.2016

 

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