Urbane Mobilität: Bis zu 14.000 neue Arbeitsplätze in Berlin möglich

McKinsey & Company

Bis 2030 können in Berlin bis zu 14.000 neue Arbeitsplätze durch urbane Mobilität entstehen, so eine Studie von McKinsey. Die Marktanalyse beschäftigt sich auch damit, wie die Hauptstadt zum Leitmarkt für neue Mobilitätskonzepte werden kann.


Der Großteil der Arbeitsplätze kann den Studienergebnissen von McKinsey zufolge in Unternehmen geschaffen werden, die den Kunden komfortable Mobilitätsangebote machen – beispielsweise indem sie Informationen über öffentliche Verkehrsmittel und Carsharing in einem Angebot zusammenfassen.

Urbane Mobilität bereits heute wichtiger Arbeitgeber

Beim Carsharing ist Berlin der Studie zufolge bereits heute europaweit führend: Mit 2.900 Fahrzeugen ist die Flotte in der Hauptstadt größer als in München (1.400 Autos) oder London (2.200). 13 Prozent der Wege werden in Berlin mit dem Fahrrad zurückgelegt. Gleichzeitig spielt urbane Mobilität auch als Arbeitgeber eine Rolle: Zurzeit sind rund 75.000 Menschen (6 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten) in diesem Bereich beschäftigt; dies umfasst beispielsweise Autohersteller, -händler und Werkstätten, ÖPNV-Anbieter und Taxifahrer.

In einer Modellrechnung hat McKinsey auf dieser Basis abgeschätzt, wie sich die Anzahl der Arbeitsplätze bis 2030 durch Trends wie autonomes Fahren, E-Mobilität, App-basierte Mobilitätsangebote und Connectivity verändern könnte. Das Ergebnis: 9.000 Arbeitsplätze können zusätzlich entstehen, weitere 5.000 über den so genannten Multiplikatoreffekt, also dadurch, dass jeder neue Arbeitsplatz die Basis schafft für weitere Beschäftigungsverhältnisse. Bis zu 7.000 dieser neuen Arbeitsplätze können durch neue Mobilitätsangebote geschaffen werden. Dazu zählen beispielsweise Anbieter von Apps, die Verkehrsträger miteinander verknüpfen, eine einheitliche Abrechnung sicherstellen oder neue Services im Bereich Elektromobilität und Lade-Infrastruktur.

Der Weg zum Leitmarkt für urbane Mobilität

Um dieses Wachstums- und Arbeitsplatzpotenzial zu realisieren, sollte Berlin sich der Studie zufolge insbesondere auf drei Bereiche konzentrieren: Zum einen ist Berlin bereits heute ein „Schaufenster für Elektromobilität“. Auf dieser Basis könnte sich die Hauptstadt als Vorreiter für urbane Mobilität etablieren, indem alle Verkehrsträger sinnvoll miteinander verknüpft werden. Beispielsweise könnten Carsharing-Zentren an Knotenpunkten für Pendler gefördert, neue Buchungs- und Bezahlsysteme verkehrsmittelübergreifend eingeführt oder Pilotbezirke für neue Technologien wie z.B. autonomes Fahren geschaffen werden.

Weiterhin gilt Berlin als eine der wichtigsten Start-up-Metropolen in Europa. Daher solle laut McKinsey die lebendige und aktive Gründungskultur in der Stadt auch für die Entwicklung urbaner Mobilitätsangebote genutzt bzw. unterstützt werden. Denkbar ist beispielsweise die Einrichtung eines Gründercampus und eines Start-up-Fonds mit dem Schwerpunkt Mobilität.

Der Bereich betrifft den Arbeitsmarkt:  Um sich als Leitmarkt zu positionieren benötigt Berlin Fachkräfte für die neuen Angebote,  z. B. IT-Entwickler, Elektroingenieure oder Spezialisten zur Datenanalyse. Um die Zahl der Absolventen aus naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen zu erhöhen, schlägt McKinsey vor, dass Berliner Hochschulen vermehrt Studiengänge auf Englisch anbieten – so würde die Stadt für ausländische Studierende noch attraktiver. Denkbar wären auch spezielle Förderprogramme für Praktika oder Forschung im Bereich Mobilität – auch für ausländische Gründer.

Zur Studie:
Die Ergebnisse basieren auf einer Studie von McKinsey mit dem Titel "Wachstumsfeld urbane Mobilität: Wie Berlin wirtschaftlich profitieren kann". Urbane Mobilität umfasst alle Formen innerstädtischen Personenverkehrs: von privaten Pkw über Carsharing und öffentlichen Personennahverkehr, Taxi, Fahrrad sowie neue App-basierte Taxi- und Transportdienstleistungen.

mr

Veröffentlicht am: 17.03.2016

 

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