Vielfalt ist in den meisten deutschen Unternehmen nur ein Aushängeschild

BCG-Analyse zur Diversity

Das Thema Vielfalt schreiben sich in Deutschland viele Unternehmen auf die Fahne, doch im Alltag spielt Diversity laut einer Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) unter deutschen Nachwuchsführungskräften kaum eine Rolle.


Anspruch und Wirklichkeit scheinen innerhalb der deutschen Wirtschaft beim Thema Diversity weit auseinanderzuklappen. Wie die Boston Consulting Group und die Zeitschrift WirtschaftsWoche in einer Studie herausfanden, ist Vielfalt zwar in den Leitlinien von 81 Prozent der Unternehmen fest verankert, doch in der Realität wird bei Neueinstellungen und der Zusammenstellung von Teams kaum Rücksicht auf Diversity genommen. So hat nicht einmal jede zwanzigste Nachwuchsführungskraft (4 Prozent) genaue Vorgaben, wie Teams zu besetzen sind, lediglich 31 Prozent verfügen über beschriebene Ziele.

Diversity wird als wichtig für Innovation angesehen

"Wenn ein Unternehmen in Sachen Vielfalt mehr als ein Lippenbekenntnis erreichen will, sind exakte Vorgaben für Einstellung und Teamzusammensetzung sinnvolle Mittel“, rät daher BCG-Partnerin Dr. Rocío Lorenzo den Firmen. "Nur durch Vielfalt werden und bleiben Unternehmen letztlich innovativ." Dieser Meinung sind auch die befragten Nachwuchsführungskräfte: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) vertreten die Ansicht, dass Vielfalt besonders entscheidend für die Innovationskraft eines Betriebs sei. Vielfalt spielt in ihren Augen somit eine ähnlich wichtige Rolle wie die Qualifikation der Mitarbeiter (78 Prozent) und liegt deutlich vor Faktoren wie Anreizsysteme (20 Prozent), Standorte (18 Prozent) oder Infrastruktur und Ausstattung (11 Prozent).

Vielfalt der Karrierewege und der Ausbildung gilt als wichtig

Bei der Frage, welche Aspekte von Vielfalt besonders wichtig seien, denken die Umfrageteilnehmer vor allem leistungsorientiert. So wurden die Faktoren Karrierewege (74 Prozent) und Ausbildung (71 Prozent) am häufigsten genannt und als deutlich wichtiger eingeschätzt als das Alter (57 Prozent), das Geschlecht (57 Prozent) oder die Herkunft (49 Prozent). Kaum eine Rolle spielen für die Nachwuchsführungskräfte hingegen die sexuelle Orientierung (3 Prozent) und die Religion (2 Prozent). Aus Sicht von Lorenzo sollten sich hingegen alle Facetten der Vielfalt – die Vielfalt der Geschlechter, der Ausbildungs- und Karrierewege, der Herkunft, des Alters, der sexuellen Orientierung und der Religion – in den Strategien der Unternehmen widerspiegeln: "Wer in einem Umfeld arbeitet, in dem das Top-Management die Vielfalt vorlebt, tut sich leichter, selbst Vielfalt umzusetzen.“

Zur Studie:
Für die Studie befragten die Boston Consulting Group und die WirtschaftsWoche 257 Nachwuchsführungskräfte in Deutschland.

tt

Veröffentlicht am: 15.08.2016

 

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