Wachsende Zahl der Bürobeschäftigten setzt Immobilienmarkt unter Druck

Institut der deutschen Wirtschaft warnt vor Büroflächenknappheit

Büroarbeit wird in Deutschland laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln immer häufiger. Insbesondere in Großstädten verbringen immer mehr Menschen ihren Arbeitstag im Büro – mit gravierenden Folgen für den dortigen Immobilienmarkt.

Mann am Laptop (Bild: Thinkstock)
Immer mehr Menschen in Deutschland gehen täglich ins Büro. (Bild: Thinkstock)

Besonders markant ist die Entwicklung demnach in Düsseldorf und München – in diesen Metropolen arbeiten derzeit etwa 45 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Büro. Damit ist der Anteil der dortigen Bürobeschäftigten seit 2008 um 4 Prozent gewachsen. Doch wie kommt dieser Anstieg zustande – zumal der öffentliche Sektor seine Beschäftigtenzahl bereits seit längerer Zeit kontinuierlich herunterschraubt?

Consulting- und IT-Branche treiben die Entwicklung

Nach Einschätzung des Instituts ist für den Anstieg der Anzahl der Bürobeschäftigten in den Großstädten vor allem der Boom in einigen Branchen verantwortlich. Haupttreiber sind dabei die Unternehmensberatungen, die beispielsweise auch in Düsseldorf stark vertreten sind. So sind in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zurzeit etwa 8 Prozent aller Bürobeschäftigten in der Consultingbranche tätig – 2007 hatte der Anteil noch bei 5 Prozent gelegen. Auch in München hat sich der Wert in etwa auf 5 Prozent verdoppelt. Somit sind allein in der Stadt an der Isar rund 23.000 Menschen in diesem Sektor beschäftigt. Eine ähnliche Entwicklung hat die IT-Branche hinter sich: Beispielsweise in Berlin ist die Zahl der IT-Mitarbeiter seit 2007 um 94 Prozent auf 3 Prozent aller Arbeitnehmer gewachsen, in Frankfurt um 72 Prozent auf 4 Prozent.

Immobilienmarkt wird doppelt getroffen

Für den Immobilienmarkt in den betroffenen Städten hat dies erhebliche Auswirkungen. "Immer mehr Hochqualifizierte ziehen in die Metropolen", berichtet IW-Ökonom Michael Voigtländer. "Hierdurch werden vor allem im Süden nicht mehr nur die Wohn-, sondern auch die Gewerbeimmobilien knapp." So stehen in München nur noch rund 6,3 Prozent aller Büroflächen leer. In Nürnberg sind es 5,6 Prozent und in kleineren Städten wie Erlangen, Fürth oder Würzburg sogar weniger als 4 Prozent.

tt

Veröffentlicht am: 11.08.2016

 

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