Weltweiter IPO-Markt erfährt starken Einbruch

Ernst & Young

Die hohe Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten hat im traditionell schwachen ersten Quartal zu einem deutlichen Einbruch auf dem IPO-Markt geführt, so das aktuelle IPO-Barometer von Ernst & Young (EY).

Der weltweite IPO-Markt erfuhr für das erste Quartal 2016 einen starken Einbruch. (Bild: Oleksiy Mark - Thinkstock)
Der weltweite IPO-Markt erfuhr für das erste Quartal 2016 einen starken Einbruch. (Bild: Oleksiy Mark - Thinkstock)

Die Zahl der Börsengänge sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39 Prozent von 274 auf 167 Transaktionen, das Emissionsvolumen ging noch deutlich stärker – um 70 Prozent – von 39,9 auf 12,1 Milliarden US-Dollar zurück. Damit sank das weltweite Emissionsvolumen auf den niedrigsten Stand seit dem zweiten Quartal 2009, so die Analyse von EY.

Stärkster Rückgang in den USA

Am stärksten betroffen war der US-amerikanische Markt, wo nur noch zehn Börsengänge gezählt wurden – nach 35 im Vorjahreszeitraum und 71 im ersten Quartal 2014. Dabei erlösten die Neulinge an den US-Börsen gerade einmal 750 Millionen US-Dollar (Q1 2015: 6,15 Milliarden US-Dollar). Aber auch in den beiden anderen wichtigen Märkten Europa und China waren die IPO-Aktivitäten stark rückläufig: In Europa hat sich die Zahl der Börsengänge von 67 auf 35 etwa halbiert, in China (einschließlich Hongkong) ging sie sogar um 61 Prozent zurück: von 97 auf 38.

Großbritannien aktivster IPO-Standort in Europa

Innerhalb Europas erwies sich vor allem der IPO-Standort Großbritannien als einigermaßen stabil: Nach 20 IPOs im Vorjahreszeitraum gingen in den ersten drei Monaten dieses Jahres immerhin 16 Unternehmen in Großbritannien an die Börse. In Deutschland schafften im ersten Quartal zwei Unternehmen den Sprung aufs Parkett: das Biotechnologie-Unternehmen BRAIN, das mit seinem IPO 32,5 Millionen Euro erlöste, und der Windkraftanlagenhersteller Senvion, dessen Aktien ab dem 23.03. an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden sollen.

Europäischer IPO-Markt mit vergleichsweise hoher Aktivität

Der größte Börsengang im ersten Quartal war der IPO der China Zheshang Bank, die in Hongkong an die Börse ging und dabei 2 Milliarden US-Dollar erlöste. Alle übrigen Börsengänge brachten deutlich weniger als eine Milliarde US-Dollar ein: Die zweitgrößte Transaktion im ersten Quartal war der Börsengang des japanischen REIT LaSalle Logiport (871 Millionen US-Dollar), gefolgt vom IPO der britischen Metro Bank, der 613 US-Dollar einbrachte. Von den zehn größten Börsengängen weltweit fanden immerhin sechs in Europa statt.

Mit Optimismus in die Zukunft

EY rechnet für die kommenden Monate mit einer positiven Trendwende und rechnet mit verstärkten IPO-Aktivitäten aufgrund der Niedrigzinspolitik der Notenbanken, relativ hoher Bewertungsniveaus und der hohen Liquidität im Markt.

Für den deutschen Markt bleibt EY trotz des schwachen Jahresauftakts vorsichtig optimistisch. Auch im vergangenen Jahr brauchte der deutsche IPO-Markt etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen und sich dann im weiteren Jahresverlauf positiver zu entwickeln, so die Analyse: Mit immerhin 15 Börsengängen und einem Emissionsvolumen von 7,1 Milliarden Euro war 2015 das stärkste IPO-Jahr seit 2007. Eine ähnliche Entwicklung sei auch im laufenden Jahr durchaus möglich.

EY legt den IPO-Kandidaten nahe, bei einem günstigen Kapitalmarktumfeld ihre Chance rasch zu nutzen, da die Aktien- und Währungsmärkte hoch sensibel sind und die Konjunkturentwicklung fragil ist. Dabei werden Flexibilität im Timing und im Emissionskonzept, eine gute Vorbereitung und vor allem eine rechtzeitige sehr gezielte Investorenansprache und ein Plan B immer wichtiger.

mr

Veröffentlicht am: 23.03.2016

 

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