Wie sich ein Chief Digital Officer in ein Unternehmen integrieren lässt

Korn Ferry ermittelt Erfolgsfaktoren

Die Digitalisierung hat für Firmen nicht nur strategische und operative Konsequenzen, auch personell ist mit dem Chief Digital Officer (CDO) vielerorts bereits ein neues Berufsbild entstanden. Allerdings verläuft die Einführung des neuen Managers nicht immer perfekt.

Mann am Laptop (Bild: Thinkstock)
Ein Chief Digital Officer muss sich häufig in bestehende Verhältnisse einordnen. (Bild: Thinkstock)

Schließlich muss nicht nur die richtige Person für den Posten gefunden werden, auch die zukünftige Rolle des CDO sollte im Detail definiert werden. "Kein klares Profil, kein eindeutig abgegrenzter Verantwortungsbereich, weder strategische noch operative Durchgriffsmöglichkeiten. So wird der Digital-Messias rasch zum Digital-Propheten gestutzt: der zwar reden kann, aber nicht machen darf", mahnt Alexander Wink, Senior Partner und Head der Digital Practice EMEA von Korn Ferry. "Wir erleben in unserem Alltag immer wieder, dass talentierte CDOs scheitern – weil sie in der falschen Umgebung arbeiten oder nicht richtig im Unternehmen angekommen sind. Das hat gar nicht immer mit ihnen selbst zu tun. Vielmehr müssen die Unternehmen selbst die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg ihres CDO schaffen." Daher hat Korn Ferry nun fünf Erfolgsfaktoren ermittelt, die eine erfolgreiche Integration des CDO gewährleisten sollen.

Transparente Rollendefinition ist vonnöten

So benötigt ein neuer CDO vor allem eine eindeutige und klare Rollendefinition, die auch für ihn selbst transparent ist. Diese sollten die Unternehmen allerdings schon vor der Einstellung des neuen Kollegen ausarbeiten: Welche unternehmerischen Ziele sind mit der Einführung des Postens verbunden und wie viel Entscheidungskompetenz wird dem neuen Manager zugebilligt – darf er lediglich beratend mit am Tisch sitzen oder ist seine Zustimmung zu neuen Projekten zwingend notwendig? "Ist im Vorfeld die genaue Aufgabenbeschreibung des CDO nicht geklärt, mag vielleicht die Suche noch gelingen – im Alltagsgeschäft wird der Kandidat aber mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern", warnt Wink.

Persönliche Kompetenzen sollten im Recruiting eine Rolle spielen

Zudem sollte innerhalb des Recruitings nicht nur die berufliche Herkunft aus der Digitalwirtschaft über die Vergabe des Postens entscheiden. Stattdessen sollte diese zwar eine wichtige, aber nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage sein. Schließlich spielen auch andere persönliche Kompetenzen eine Rolle: Hat der Kandidat Erfahrung in der jeweiligen Unternehmensform? Verfügt er sowohl über Managementkompetenz, als auch über genügend Empathiefähigkeit, um die Sorgen und Ängste, die das Thema Digitalisierung zwangsläufig begleiten, ernstnehmen zu können? Kann er nicht nur mit anderen Digitalspezialisten, sondern auch mit dem Top-Management auf Augenhöhe kommunizieren?

Onboarding muss im Detail geplant sein

Ein wesentlicher Punkt ist auch ein gut geplantes Onboarding. "Obwohl die Notwendigkeit eines guten Onboarding bekannt ist, geht dennoch in diesem Prozess bis heute in Unternehmen viel schief", berichtet Wink. "Gerade beim CDO ist es aber entscheidend, wie er vom ersten Tag im Unternehmen eingeführt wird." Daher sollte die Geschäftsleitung die zentrale Rolle des CDO auch innerhalb der Belegschaft kommunizieren. "Das Top-Management sollte bereits über den Eingliederungsprozess die entscheidenden Signale an Führungskräfte und Mitarbeiter senden, um dem CDO eine relevante Positionierung im Unternehmen zu verschaffen", so Wink.

Ist die eigene Firma schon bereit für einen CDO?

Vor der Rekrutierung eines CDO sollte die Geschäftsführung zudem selbst ehrlich hinterfragen, ob das Unternehmen bereits bereit für einen derartigen Manager ist oder ob zunächst kleinere vorbereitende Veränderungen in der Unternehmenskultur vorgenommen werden sollten. Auf diese Weise können Skepsis und Abwehrhaltungen schon im Vorfeld minimiert werden.

Ein CDO ist nicht nur Wasserträger

Zu guter Letzt sollte dem CDO auch die Entwicklung eines eigenen Standings zugestanden werden – schließlich hat er im Gegensatz zum CIO und CTO keine klassische Support-Funktion für das Geschäft inne, sondern beeinflusst qua Aufgabenstellung eindeutig Geschäfts- genauso wie Produktstrategie bis hin zu operativen Entscheidungen in jedem einzelnen Bereich des Unternehmens maßgeblich. Daher sollte er eigene Erfolge auch selbst als solche verbuchen dürfen. "Die Unternehmensführung darf ihrem CDO nicht die Butter vom Brot nehmen", erklärt Wink. "Er muss genug Eigenleben entfalten dürfen, um das benötigte Standing in der Organisation zu entwickeln."

tt

Veröffentlicht am: 12.09.2016

 

Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.

facebook twitter xing linkedin linkedin