Zusatzbeitrag: Krankenversicherte beklagen mangelnde Informationen

Frankfurt am Main - Die Zusatzbeiträge, die viele gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) seit Beginn des Jahres erheben, stellen für Versicherte bisher keinen Grund dar, die Kasse zu wechseln. Im ersten Quartal 2015 sind nahezu alle Mitglieder (97%) ihrer Krankenkasse treu geblieben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 1.000 gesetzlich Krankenversicherten.

Seit Anfang des Jahres ist der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen auf 14,6 Prozent gesenkt worden. Er reicht jedoch der Umfrage zufolge häufig nicht aus, um die Kosten zu decken. Die Krankenkassen-Mitglieder müssen die entstehenden Lücken ausgleichen und zwar in Form eines Zusatzbeitrages, der sich derzeit für mehr als 60 Prozent aller gesetzlich Versicherten auf 0,9 Prozent ihres Bruttoeinkommens beläuft.

Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass 60 Prozent der Befragten die Höhe des Zusatzbeitrages, den ihre eigene Kasse von ihnen verlangt, gar nicht kennen. Die Krankenkassen hätten sie zu dem Thema nicht ausreichend informiert, gaben viele Befragte an.

Versicherte wechseln Krankenkasse nur aus triftigem Grund

Ein Wechsel zu einer anderen Krankenversicherung  käme für mehr als die Hälfte der gesetzlich Versicherten (52 Prozent) laut der Umfrage nur in Betracht, wenn die Beiträge bei gleicher Leistung und Service niedriger wären. Ansonsten bedarf es sehr starker Anreize, um Versicherte zu einem Wechsel der Krankenkasse zu bewegen, so die Studie. Wechselwilligen Krankenversicherten sollte man soweit wie möglich entgegenkommen. Ein Beispiel wäre der Studie zufolge, die bürokratischen Hürden auf ein Minimum zu reduzieren. Eine mögliche Maßnahme wäre, dass die für den Versicherten interessante Krankenkasse den bürokratischen Akt der Kündigung bei der aktuellen Krankenkasse übernimmt. Bei anderen Dienstleistern, die solche Services anbieten, funktioniert dies laut Studie auch reibungslos. Aber auch die Garantie auf eine ärztliche Versorgung ohne Wartezeiten oder die Übernahme der Kosten für alternative Heilmethoden können sicherlich Gründe für eine höhere Wechselbereitschaft sein, so die Studie.

Für 40 Prozent der Befragten wäre die sofortige ärztliche Versorgung ein Grund, die Kasse zu wechseln. Vor allem für jüngere Versicherte unter 30 Jahren sei das ein starkes Argument. Die Übernahme der Kosten für alternative Heilmethoden wäre für 37 Prozent der Krankenversicherten ein wichtiges Entscheidungskriterium.

nwi

Veröffentlicht am: 15.06.2015

 

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