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Risikomanagement: Methoden für gute Projekte

Die Risikomanagement-Methoden und Instrumente sind ein wichtiger Teil des Projektmanagements. Zu den Aufgaben des Risikomanagements gehören die Vermeidung bzw. Verringerung von Risiken, die dem Unternehmen auf Dauer schaden können. Informieren Sie sich jetzt über diesen Prozess, seine Methoden, Aufgaben, Instrumente und Chancen.

Projektmanagement Methoden

Risikomanagement kann als Investition in die Zukunft des Unternehmens gesehen werden. (Bild: rawpixel - pixabay)

 

Die Ziele des Risikomanagements 

Im Rahmen des Projektmanagements können Risiken und Gefahren entstehen, die dem Unternehmen Schaden zufügen können. Eine Risikoanalyse kann diese Gefahren aufdecken, sodass etwaige Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Zunächst sollten Sie alle potenziellen Risiken identifizieren und bewerten. Ein Ziel des Risikomanagements ist es, die Beteiligtenbei der Entscheidungsfindung im Projektmanagement zu unterstützen. Anhand der Bewertung potenzieller Risiken und Chancen ist es möglich, die Entscheidung für oder gegen ein Projekt oder einzelne Projektmaßnahmen zu treffen. Risiken auch immer mit Chancen verbunden (z.B. hat die Chance auf mehr Umsatz durch eine neue Fertigungsanlage das Risiko der hohen Investition), und genau diese müssen im Risikomanagement abgewogen werden.

Der Prozess des Risikomanagements 

Der Prozess des Risikomanagements beginnt mit der Identifizierung potenzieller Risiken. Eine Auflistung dieser Risiken verschafft einen vollständigen Überblick über die Bedrohungen des Projekts und Gefahren für das Unternehmen. Zum Schutz der Projekte wird anschließend eine Bewertung dieser Risiken vorgenommen, um die Risiken zu identifizieren, die die Projekte am meisten gefährden. Auch der Ausmaß des potenziellen Schadens sollte von Ihnen in die Bewertung einbezogen werden. Bei den entscheidenden Risiken werden dann Strategien entwickeln, mit deren Hilfe das Risiko reduziert werden kann. 
Hierfür ist eine Definition der geeigneten Maßnahmen notwendig. Anschließend erfolgt die Umsetzung der Maßnahmen. Nach einer erfolgreichen Durchführung muss das Risiko erneut überprüft werden. Dabei gilt die Leitfrage, ob das jeweilige Risiko reduziert oder vermieden wurde. Ein gewisses Restrisiko schadet der positiven Bewertung der Maßnahme nicht. Zudem müssen während des gesamten Prozesses auch die Risiken im Auge behalten werden, die zu Beginn für nicht bedeutend erklärt wurden. Denn äußere Begebenheiten können dazu führen, dass eben diese Risiken deutlich ansteigen und doch die volle Aufmerksamkeit benötigen. 

Die Risikomanagement-Methoden

Mit verschiedenen Instrumenten können Sie die Risikoanalyse durchführen, die elementarer Bestandteil des Risikomanagements ist. 

  • Zum Beispiel ist es via Mitarbeiterbefragung möglich, in Interviews von den Mitarbeitern erkannte Risiken mitgeteilt zu bekommen, die sie bei ihren täglichen Aufgaben erkennen. Der fachmännische Rat der praktisch erprobten Mitarbeiter ist genauso sinnvoll und hilfreich wie die Befragung von Experten im jeweiligen Bereich. 
  • Auch der Rückblick auf vergangene, ähnliche Projekte kann bei der Identifizierung von Risiken helfen. Aus Fehler lernen heißt die Devise. Eine Kombination verschiedener Instrumente ist sinnvoll, um ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen. 
  • Die Methode der Risikovermeidung sorgt dafür, dass die riskante Tätigkeit eingeschränkt oder unterlassen wird, sodass das Risiko nicht länger vorhanden ist. Wenn zum Beispiel innerhalb eines Projektes Kundenakquise bei einem großen Unternehmen betrieben wird, welches im direkten Konkurrenzkampf mit einem Unternehmen steht, welches schon Kunde ist, besteht das Risiko, dass der Kunde in der Zukunft abspringt. Eine Risikovermeidung wäre es, wenn Sie sich auf die Neukundenakquise eines anderen Kunden konzentrieren, der nicht aus dem unmittelbaren Konkurrenten-Kreis des langjährigen Kunden stammt. 
  • Eines der weiteren Instrumente ist die Risikominderung. Mit Hilfe dieser Maßnahme kann das Risiko und die Eintrittswahrscheinlichkeit desselbigen für diverse Bereiche im Unternehmen reduziert werden.
  • Bei der Risikobegrenzung werden Obergrenzen definiert, die nicht überschritten werden sollen.
  • Auch der Prozess der Risikokommunikation und der Risikoakzeptanz sind von enormer Bedeutung. Denn Mitarbeiter können ihre Aufgaben besser erfüllen, wenn sie wissen, dass der Vorgesetzte das eingegangene Risiko billigt und ihnen dies kommuniziert hat.  

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Die Vorteile des Risikomanagements 

Risikomanagement bietet den Unternehmen diverse Vorteile, sodass Risikomanagement im Rahmen des Projektmanagements nahezu obligatorisch ist:

  • Vermeidung von Kosten 
  • Einsparen von Zeit
  • transparente Entscheidungen 
  • frühzeitiges Erkennen von Risiken 
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen 

Der Nutzen durch die Vermeidung von überflüssigen Kosten durch verlorene Zeit und/oder erfolglose Projekte, bei denen das angestrebte Ziel nicht erreicht wurde, ist evident. 
Zudem sorgt das Risikomanagement für ein Mehr an Transparenz. Risiken werden öffentlich identifiziert und jeder Beteiligte weiß, was er zu beachten hat. Die Unternehmensführung kann frühzeitig Risiken erkennen und die Gefahr eines Schadeneintritts realistisch einschätzen. Das Einleiten der Gegenmaßnahmen kann dann rechtzeitig erfolgen. 
Durch die genaue Betrachtung etwaiger Risiken können Entscheidungen im Unternehmen nachvollziehbar gemacht werden, indem eine Gegenüberstellung und Abwägung der jeweiligen Chancen und Risiken vorgenommen wird. Insgesamt kann das Risikomanagement als Investition in die Zukunft des Unternehmens gesehen werden. Vor allem gegenüber denjenigen Firmen, die kein Risikomanagement betreiben, hat Ihr Unternehmen fortan einen Wettbewerbsvorteil.

Veröffentlicht am: 24.07.2018

 

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